Klaus Voormann gibt Echo fürs Lebenswerk zurück

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Wegen des Proteststurms nach der Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang will der Veranstalter das Konzept erneuern. Klaus Voormann, Wegbegleiter der Beatles, gab gestern den Echo für sein Lebenswerk zurück.

Er habe sich bewusst Zeit gelassen, die Texte von Kollegah und Farid Bang genau zu studieren, schreibt Voormann in einem Statement. "Was sich für mich als Geschenk anlässlich meines 80. Geburtstags anfühlte, entpuppt sich nun als große Enttäuschung". Mit der Rückgabe des Preises wolle er "sein Unverständnis ausdrücken gegenüber der Verantwortungs- und Geschmacklosigkeit aller verantwortlichen Beteiligten, die es nicht geschafft haben, rechtzeitig Konsequenzen zu ziehen". "Die Tatsache, dass nun eben dieser Preis offenen Rassismus toleriert, ihm gar eine Plattform bietet und ihn auszeichnet, ist für uns nicht tragbar", hieß es weiter. Bereits die Nominierung hatte breite Empörung ausgelöst. In ihrem aktuellen Album findet sich etwa die Textzeile "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow".

Die Rapper waren am Donnerstag für ihr als antisemitisch kritisiertes Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" mit dem wichtigsten deutschen Musikpreis ausgezeichnet worden. "Dass am Holocaustgedenktag ein solcher Preis verliehen wird, ist beschämend", schrieb Bundesaußenminister Heiko Maas auf Twitter. "Und da es aufgrund der Entscheidung des Beirats keine Grundlage dafür gab, die beiden nicht auftreten zu lassen, haben wir den Auftritt auch ausgestrahlt".

Bei der 27. Verleihung des Deutschen Musikpreises Echo wurden die Rapper Kollegah und Farid Bang ausgezeichnet - eine Verleihung, die schon am selben Abend für einen Skandal sorgte. Deren Umgang mit der Kritik an den Rappern sei "haltungslos und ekelhaft".

Konsequenzen? Soll es geben. Der Ethikrat sei auf Tauchstation gegangen und der Geschäftsführer des Bundesverbands Musikindustrie, Florian Drücke, habe lediglich hastig erklärt, "man werde die Statuten, die den Echo regeln, neu verfassen und überarbeiten". Das schliesse die "umfassende Analyse und die Erneuerung der mit der Nominierung und Preisvergabe zusammenhängenden Mechanismen" ein.

Hilflos wirkten nicht nur der allergrösste Teil der anwesenden Popstars und die Organisatoren, die gestern Sonntag einräumen mussten, "dass wir uns in einem Umfeld wiederfinden, das den Preis in ein falsches Licht rückt".

Die Verantwortlichen erklärten inzwischen, dies dürfe nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Die Verleihung der Echo-Trophäen richtet sich in den meisten Kategorien nach dem Ergebnis der Verkäufe und einer darauf folgenden Juryabstimmung.

Ob der Sender VOX die Echo-Gala 2019 erneut übertragen wird, ist derzeit offen.

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