Mehr als 100 Festnahmen im deutschen Rotlichtmilieu

Marcel Kusch- dpa

Das Paar soll gemeinsam mit weiteren Mittätern ein bundesweites Netzwerk aufgebaut haben, um thailändische Frauen und Transsexuelle nach Deutschland zu schleusen und als Prostituierte arbeiten zu lassen. Die Beamten durchsuchten demnach 62 Bordelle, Wohnungen oder Büros. Es gab laut der Bundespolizei Siegen mehr als 100 Festnahmen, sieben Haftbefehle wurden vollstreckt.

In Siegen leben die Hauptverdächtigen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mitteilte: eine 59-Jährige aus Thailand und ihr 62 Jahre alter deutscher Lebensgefährte. Sie hätten nach bisherigen Ermittlungen eine siebenstellige Summe eingenommen. Rund 1500 Beamte sind laut Bundespolizei im Einsatz - auch mit Spezialkräften der GSG9. "Aber es werden noch mehr werden", sagte ein Sprecher der Bundespolizei an diesem Einsatzort am Mittwochmorgen. Nach Angaben der Bundespolizei wohnt die Frau in Siegen. Insgesamt richten sich die Ermittlungen wegen bandenmäßiger Schlepperei, Zwangsprostitution, Zuhälterei, Ausbeutung und Steuervergehen gegen 56 Beschuldigte - 41 Frauen und 15 Männer im Alter zwischen 26 und 66 Jahren. Die Einnahmen sollen von der Hauptbeschuldigten zunächst vollständig einbehalten worden sein - zur Begleichung der angeblichen Schleusungskosten von bis zu 36.000 Euro, für Miete und Verpflegung. "Das ist wie so eine Art Schneeballsystem", sagte der Behördensprecher.

Innenminister Horst Seehofer nannte die Grossrazzia der Bundespolizei einen beispiellosen Schlag gegen "ein bundesweit verzweigtes Netzwerk". "Den Zweck hat man nicht verheimlicht, sie sind aber über die Konditionen getäuscht worden".

Viele dieser Personen seien in den durchsuchten Bordellen und Massagesalons angetroffen worden. Diesem "skrupellosen Vorgehen und der sexuellen Ausbeutung in einem abscheulichen Ausmaß" habe mit der Polizeiaktion ein Ende gesetzt werden können. In zahlreichen Fällen besteht der Verdacht des illegalen Aufenthaltes.

"Nach einer gewissen Verweildauer in den Siegener Bordellbetrieben sollen die Prostituierten in einer Art Rotationsprinzip in andere Bordellbetriebe des Netzwerks im gesamten Bundesgebiet verbracht worden sein", erläuterte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.

Siegen - Bei der bundesweiten Razzia gegen Organisierte Kriminalität haben Ermittler am Mittwochmorgen sieben dringend Tatverdächtige festgenommen.

Laut Bundespolizei handelte es sich bei der Großrazzia um die "größte Zugriffs- und Durchsuchungsmaßnahme seit Bestehen der Bundespolizei".

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