OPCW-Experten dürfen am Mittwoch nach Duma

Bei einem Luftangriff mit Giftgas sind im Nordwesten Syriens Aktivisten zufolge mindestens 58 Menschen getötet worden darunter elf Kinder. Quelle dpa

Experten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) wollen mit der Untersuchung des mutmaßlichen Giftgasangriffes im Osten der syrischen Hauptstadt Damaskus beginnen. Der Westen handele nach einer "sehr merkwürdigen Logik". "Wir gehen davon aus, dass die Russen vermutlich den Angriffsort besucht haben", sagte Ken Ward bei der OPCW-Dringlichkeitssitzung in Den Haag.

Bei dem mutmaßlichen Angriff mit Chlorgas auf den Ort Duma sollen Dutzende Menschen getötet worden sein. Der Angriff habe zudem nie stattgefunden. Die EU-Staaten Großbritannien und Frankreich hatten in der Nacht zum Samstag gemeinsam mit den Vereinigten Staaten Ziele in Syrien angegriffen. Dies kündigte der russische Botschafter Alexander Schulgin bei einer Pressekonferenz in der russischen Botschaft am OPCW-Sitz in Den Haag an. "Russland&Syrien haben den Zugang zu Duma noch nicht erlaubt". Sowohl im Fall des vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal als auch hinsichtlich des mutmasslichen Giftgasangriffs in Syrien seien zuerst Strafmassnahmen eingeleitet und dann Beweise gesucht worden. Die Gruppe aus USA, Großbritannien, Frankreich, Saudi-Arabien und Jordanien solle Verhandlungen mit dem Iran, Russland und der Türkei eröffnen, sagte Premierminister Edouard Philippe. Russland wies die Vorwürfe zurück. "Das ist eine weitere Erfindung der Briten", sagte der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow. Zuvor hatte es seitens der OPCW geheißen, die neun Experten seien seit Samstag in Damaskus und warteten auf ihre Weiterreise. "Die Folgen der illegalen und rechtswidrigen Handlungen verhindern das", sagte der Diplomat der Agentur Interfax zufolge.

Ihren Bericht sollen die Ermittler binnen 30 Tagen dem Exekutivrat der OPCW übergeben. 2013 hatten die OPCW-Fachleute bei einem Einsatz in Syrien nur 45 Minuten Zeit für ihre Arbeit am Ort eines mutmaßlichen Giftgasangriffs, bevor sie wegen Sicherheitsbedenken abziehen mussten. Seit es jedoch im Laufe des syrischen Bürgerkriegs immer wieder Hinweise auf den Einsatz chemischer Waffen gab, richtete OPCW-Chef Ahmed Üzümcü ein Spezialteam von bis zu 15 Experten ein, das binnen 24 Stunden einsatzbereit ist. Zugleich warf die Botschaft den USA vor, die Glaubwürdigkeit der Expertenmission in Duma durch die Raketenangriffe vom Wochenende zu "untergraben".

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