Leberfleck als Warnung: Schweizer Forscher entwickeln Test für häufigste Krebsarten

Forschende der ETH Zürich haben nun ein Frühwarnsystem für die vier häufigsten Krebsarten entwickelt. Diese wiederum haben sie in ein Implantat verpackt, das unter die Haut des Patienten eingepflanzt wird. Es erkennt Prostata-, Lungen-, Dickdarm- und Brustkrebs in einem sehr frühen Stadium - schon dann, wenn die Kalziumwerte im Blut aufgrund des sich anbahnenden Tumors erhöht sind. "Es besteht aus genetisch modifizierten Lebendzellen, die in Algengelatine verkapselt sind". "Es werden ein paar Hundert Kapseln mit einer Spritze unter die Haut gespritzt". Dort überwacht es den Kalziumpegel im Blut. Erkennen die Zellen die veränderten Werte, produzieren sie Melanin - und die Haut färbt sich dunkel. "Wie eine Art biomedizinisches Tattoo".

Der braune Fleck sei aber noch kein Grund zur Panik. "Er bedeutet nicht, dass die Person bald sterben muss". Bildet sich der Fleck, geht der Patient zum Arzt, der weitere Abklärungen vornimmt. Ein frühzeitiges Erkennen könnte Leben retten, aber auch belastende Therapien verkürzen. Erkennt man beispielsweise Brustkrebs frühzeitig, ist die Heilungschance 98 Prozent. Wird der Tumor jedoch zu spät diagnostiziert, hat nur jede vierte Frau gute Aussichten auf Heilung. "Oft gehen Betroffene erst zum Arzt, wenn der Tumor anfängt, sich bemerkbar zu machen. Leider ist das in vielen Fällen zu spät", sagt Martin Fussenegger von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich in Basel. Ein Nachteil des Implantats sei allerdings, dass die Lebensdauer nur rund ein Jahr betrage. Danach müsse es ersetzt werden.

Bis jetzt ist das Frühwarn-Implantat ein Prototyp. Die Forscher haben ihr Frühwarnsystem erst im Mausmodell und an Schweineschwarten getestet. So entstanden Leberflecken nur, wenn die Kalziumkonzentration einen Hochstand aufwies. Bis wir von unseren Leberflecken gewarnt werden, rechnet Fussenegger noch mit mindestens zehn Jahren Forschungs-und Entwicklungszeit. Das Implantat sei für jedermann als Prophylaxe geeignet.

Langer Weg bis zur Marktreife Dass ihre Methode tatsächlich funktioniert, haben die Wissenschaftler bereits mit an unterschiedlichen Krebsarten erkrankten Mäusen gezeigt. Die Entwicklung wäre aber auch auf andere sich schleichend entwickelnde Krankheiten übertragbar, etwa auf neurodegenerative Erkrankungen oder Hormonstörungen, so die Forscher.

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