Daniel Barenboim gibt Echo zurück

Daniel Barenboim gibt Echo zurück

Die beiden Rapper waren kürzlich für das als judenfeindlich kritisierte Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" mit dem Echo geehrt worden.

Als Jude, der seit vielen Jahren gerne in Deutschland lebe und Freiheit in der Kunst als ein hohes Gut ansehe, habe ihn die Debatte besonders beschäftigt, sagte Barenboim.

Daniel Barenboim, einer der bedeutendsten Dirigenten der Welt, sowie seine Berliner Orchester geben ihre Echo-Auszeichnungen zurück. Dies sei gemeinsam mit der Staatskapelle Berlin und dem West-Eastern Divan Orchestra entschieden worden, teilte die Barenboim-Said Akademie am Montag in Berlin mit.

Das Album der beiden Rapper sei eindeutig antisemitisch, frauen- und schwulenfeindlich und allgemein menschenverachtend, so Barenboim. "Kommerzielle Interessen dürfen nicht überwiegen, wenn es um so essenzielle Fragen des Anstands und unserer Menschlichkeit geht", hieß es in Barenboims Statement weiter. "Wir müssen uns geschlossen gegen solche Stimmen erheben und dürfen sie nicht auch noch dadurch bestärken, dass wir sie mit Preisen auszeichnen und dadurch legitimieren", erklärte Barenboim. Mit jeder Freiheit kommt aber auch eine Verantwortung: unsere Verantwortung, die errungenen Freiheiten so zu nutzen, dass auch die Freiheit eines jeden anderen Menschen und Andersdenkenden bestehen kann - ebenso wie die Verantwortung, andere Menschen in ihrer Würde zu achten und zu respektieren. Die Staatskapelle Berlin erhielt die Auszeichnung 2007.

Meinungsfreiheit und Freiheit in der Kunst seien für den Musiker die wichtigsten Errungenschaften einer demokratischen Kultur: "Aber Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit, Homophobie und die offene Verachtung von vermeintlich Schwächeren und Minderheiten sind ein Missbrauch von Freiheit, den wir als Gesellschaft niemals tolerieren dürfen".

Die Auszeichnung für Farid Bang und Kollegah löste eine Welle der Kritik aus.

Etliche Künstler kündigten an, ihre Trophäen zurückgeben, darunter Marius Müller-Westernhagen, die Dirigenten Mariss Jansons und Christian Thielemann, Lebenswerk-Preisträger Klaus Voormann und Notos Quartett.

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