Studie liefert Hinweise auf Schädlichkeit von Süßstoffen

Obwohl es viele Alternativen zu Zucker gibt haben Fettleibigkeit und Diabetes zugenommen

Dass ein hoher Zuckerkonsum zu gesundheitlichen Problemen wie Adipositas, Diabetes oder Karies führt, ist den meisten Menschen bekannt.

Zucker oder Süßstoff? Diese Frage entzweit Experten seit Jahrzehnten. Eine neue Studie des Medical College of Wisconsin zeigt, dass Zuckerersatz überhaupt nicht besser ist als Zucker und dass er genauso dick und krank machen kann. Sie präsentierten ihre Ergebnisse gestern auf einer Fachkonferenz in San Diego.

US-Forscher haben in Tierversuchen neue Hinweise darauf erhalten, warum kalorienfreie Süßstoffe nicht unbedingt schlank machen und sogar schädlich sein können: Bei Ratten und in Zellversuchen fanden sie heraus, dass sich nach dem Genuss bestimmter Süßstoffe der Stoffwechsel ungünstig verändert und ebenfalls die Auskleidung der Blutgefäße.

Laut den Studienautoren wurden in jüngster Zeit aber auch "die negativen Auswirkungen des Verzehrs von kalorienfreien Süßstoffen anstelle von Zucker in zunehmendem Maße als potentieller Beitrag zum dramatischen Anstieg von Diabetes und Fettleibigkeit" erkannt.

Die Experimente beruhten auf Versuchen mit Ratten, die drei Wochen lang mit zuckerhaltiger Nahrung gefüttert worden waren und Tieren, deren Futter die Süßstoffe Aspartam und Acesulfam enthielt. Das waren Hinweise darauf, dass die Tiere Fette unterschiedlich verarbeiteten.

Zudem sammelte sich Acesulfam im Blut an. Bei Laborversuchen mit Zellen konnten die Wissenschaftler nachvollziehen, wie dieser Süßstoff die Zellen der Blutgefäße schädigte.

Der Körper habe die Fähigkeit, Zucker im moderaten Ausmaß zu verarbeiten, sagt Hoffmann.

Wer hingegen auf Kalorien-freie Süßstoffe setze, nehme Veränderungen im Fett- und Energiestoffwechsel in Kauf.

Stefan Krabisch vom Deutschen Institut von Ernährungsforschung wiegelt jedoch ab, da für die genannte Studie nur zwei künstliche Süßstoffe untersucht wurden. Außerdem seien die Ergebnisse keineswegs direkt auf Menschen zu übertragen. So seien Sucralose, Stevia und Saccharin ebenfalls weit gebräuchlich "und unterscheiden sich von den zwei untersuchten Substanzen in vielerlei Hinsicht".

Zwar liefere die neue Arbeit, wie auch frühere Studien, Hinweise darauf, dass Süßstoffe nicht automatisch beim Abnehmen helfen oder sogar schädlich sein können, doch einheitlich sei der bisherige Wissensstand nicht.

Gegenwärtig könnten Süßstoffe weiterhin verwendet werden, die Empfehlungen zur jeweiligen täglichen Höchstdosis sollten aber beachtet werden.

Die Forscher in den USA warnen bisher ebenfalls nicht vor moderatem Süßstoffkonsum. Es gibt aber auch keine offizielle Empfehlung, sie zum Abnehmen oder zum Zuckersparen auf Dauer einzusetzen.

Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ergänzt: "Statt Zucker durch Süßstoffe zu ersetzen, rät die DGE, die Ernährung grundsätzlich auf ‚weniger süß' umzustellen". Aspartam und seine Abbauprodukte seien demnach in den derzeitigen aufgenommenen Mengen für den menschlichen Verzehr unbedenklich.

Acesulfam ist ebenfalls seit Jahren in der EU zugelassen.

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