Forscher: Chips wirken wie Drogen

Eine Frau greift nach Kartoffel-Chips

Die Folgestudie mit Menschen zeigt nun: Je höher der Body Mass Index (BMI) eines Menschen, desto stärker wird beim Essen sein Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert. Und desto mehr wollen wir beispielsweise von Chips essen. Dabei spielt Dopamin eine große Rolle.

Laut Isa Mack vom Universitätsklinikum Tübingen werde das Thema Ess-Sucht in der Wissenschaft jedoch sehr kontrovers diskutiert.

Fest steht aber, dass das Belohnungszentrum eines Menschen mit einem höheren BMI besonders stark reagiert.

Es sei ein "evolutionäres Erbe", dass es auf "süß und fettig" reagiere.

"Das heißt aber nicht, dass das immer so war oder nicht veränderbar ist", so Mack. "Hirnaktivitäten sind wandelbar", sagte die Ernährungswissenschaftlerin. Wie sie zustande kommen könnte, zeigt die neue Studie.

Der Erwartungshaltung der Wissenschaftler war im Vorfeld der Studie, dass umso mehr Fett das Futter habe, desto attraktiver sei es.

Doch auch wenn das Kohlenhydrate-Fett-Verhältnis und unser Belohnungszentrum für die leeren Chipstüten verantwortlich scheinen - am Ende bestimmen wir, was wir essen.

Bestand das Futter aus diesem Mischungsverhältnis, fraßen die Tiere nämlich am meisten - ein Drittel mehr als normalerweise. "Das spricht das Belohnungszentrum besonders gut an", so die Erklärung der Erlanger Forscher.

Auch wenn die Forscher dies noch nicht gezeigt haben, dürfte das beim Mensch wohl nicht viel anders sein. Die Spezies des Menschen sei noch sehr jung und gute Ernährung, wie wir sie heute haben, sei relativ neu.

Wissenschaftler lautet: "Für den Körper ist diese Mischung möglicherweise physiologisch ideal - sie liefert schnell mobilisierbare Energie durch die Kohlenhydrate und speicherbare Energie im Fettanteil". "Erst seit 50 Jahren haben wir einen Überschuss an Nahrungsenergie, sodass dieses Prinzip zunehmend zu einem Problem wird und insbesondere Übergewicht fördert".

Für die Beliebtheit eines Lebensmittels spielten aber auch andere Dinge eine Rolle, erläutert Isa Mack.

Auch wenn die Studie der Erlanger Forscher diesen Zusammenhang noch nicht bei Menschen beweist, glaubt Hess, dass es dort ähnlich ist. Mack halte das jedoch nicht für irrelevant.

Außerdem mache auch Fett allein durch seine Energiemenge das Essen beziehungsweise Futter durchaus attraktiver. Allerdings könne der Körper ab einem bestimmten Punkt mit zu viel Fett nicht mehr gut umgehen und es schmecke dann auch nicht mehr.

Mack weist darauf hin, dass auch schon die Lebensmittelindustrie ausgiebig getestet habe, welches Mischungsverhältnis der Chips-Bestandteile beim Menschen am besten ankommt.

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