Riesiges Müllproblem auf Boracay: Philippinen machen beliebte Ferieninsel für sechs Monate dicht

Passagiere stehen bei Ankunft auf der Insel in einer Warteschlange.          Bild      Aaron Favila  AP  dpa

Baden in türkisblauem Wasser, entspannen am weißen Sandstrand und abends ein Essen unter Palmen: Für viele ist ein Aufenthalt auf der Philippinen-Insel Boracay der Inbegriff eines Traumurlaubs. Jahre lang wurden Abfälle und Abflüsse der Hotels ins Meer gekippt.

Heute gibt es mehr als 4500 Hotels, Gaststätten und sonstige Geschäfte, die vom Tourismus leben. Die Küstenwache kontrolliert mit Booten, ob jemand ins Wasser geht.

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hatte Anfang des Monats die vorübergehende Sperrung der Insel angekündigt.

Die nächsten sechs Monate bis zur geplanten Wiedereröffnung am 26. Oktober sollen nun genutzt werden, um gründlich aufzuräumen. Die gemeinnützige Boracay-Stiftung findet ebenfalls, dass die Schließung nicht mehr zu vermeiden war.

Da die etwa 40 000 Einheimischen Boracays ihr Geld hauptsächlich am Tourismus verdienen, will die Regierung in der Überbrückungszeit Finanzhilfen von umgerechnet etwa 30 Millionen Euro bereitstellen. Die Regierung wolle "für das Schlimmste vorbereitet" sein, sagte ein Regierungsvertreter - auch wenn keine wirkliche Gefahr herrsche.

Boracay zieht Millionen von Touristen an, die Jahr für Jahr rund eine Milliarde Dollar in die Wirtschaft des Landes pumpen.

Boracay - etwa 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila - war vom Reisemagazin "Condé Nast Traveler" vergangenes Jahr zur schönsten Insel der Welt gewählt worden. Die Hütten wurden noch aus Bambus gebaut, mit Kokospalmblättern als Dach. Die Insel ist seit Donnerstag für alle Urlauber geschlossen. Aber dass das so nicht weitergehen konnte, wissen sie auch. "Dass die Insel jetzt geschlossen und aufgeräumt wird, ist letztlich eine gute Sache". "Die maximale Aufnahmefähigkeit war einfach erreicht", sagt ihre Chefin Nenette Graf. "Die Insel war ein gutes Zuhause für uns". Vielleicht muss er wegziehen. Er bezeichnete Boracay, wo auch viele ausländische Touristen ihre Ferien verbringen, als "Kloake".

Ungeachtet der wirtschaftlichen Sorgen genossen einige Inselbewohner bereits die neue Ruhe. "So sieht eine Insel, ein Paradies aus", sagte Koch John Reymar am beinahe leeren Strand. "Boracay sieht so aus wie das ursprüngliche, schöne Original".

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