CSU bezeichnet Kritiker von Kruzifix-Befehl als Religionsfeinde

Söder mit Kreuz

Markus Söder hat sich vielfach fotografieren lassen, als er nun in seinem Regierungssitz, der Münchner Staatskanzlei, vorbildhaft am Eingang ein Kreuz aufhängte.

In Bayern ist ein neuer Kruzifix-Streit entbrannt.

In Bayern wird in jeder Staatsbehörde ein Kreuz aufgehängt - das ist mehr Wahl- als Kulturkampf.

Noch empörender ist, dass wir Bayern damit in eine völlig unkritische, angeblich kontinuierliche Tradition eingebettet werden sollen, als hätte es den Faschismus und die kaltblütige Massenvernichtung "unwerten Lebens" nie gegeben und als hätten die Kirchen mit dem Kreuz im Faschismus nicht auch weitgehend mitgespielt. "Da wird der Kreuzzwang von Markus Söder von Kirchenleuten, von Christinnen und Christen, von Nicht- oder Andersgläubigen kritisiert und dem Generalsekretär fällt nichts anderes ein, als noch billigere Beschimpfung?" "Vor diesem Hintergrund löst die Initiative des bayerischen Ministerpräsidenten Unbehagen aus". "Waren Sie also all die Jahre, unchristlich' und, unabendländisch'?", meldete sich Grünen-Chef Robert Habeck. "Dieses Symbol wird durch plumpes Wahlkampfgetöse von Markus Söder missbraucht", so die Politikerin. Ziel der CSU ist die absolute Mehrheit bei der Landtagswahl Mitte Oktober. Sowohl Söder als auch Göring-Eckardt, Castellucci und Blume sind Mitglieder der evangelischen Kirche. Auf "katholisch.de" wird Hoses Bitte mit den Worten zitiert: "Beenden Sie den Missbrauch des Christlichen und seiner Symbole als vermeintliches Bollwerk gegen den Islam". "Das Kreuz aufzuhängen und als Zeichen der Einheit, der Versöhnung, des Friedens, der Geschwisterlichkeit, der Solidarität deutlich zu machen, das ist natürlich gut", sagte Schick am Mittwoch im Bayerischen Rundfunk (BR). Das Kreuz könne Menschen aller Religionen miteinander verbinden.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, sagte: "Wir Muslime haben kein Problem mit dem Kreuz". 1995 beschlossen die Verfassungsrichter in Karlsruhe, dass die bis dahin gültige Pflicht, in bayerischen Klassenzimmern Kreuze anzubringen, nicht verfassungskonform ist: Sie verstoße gegen das Grundrecht auf Religionsfreiheit und die staatliche Neutralitätspflicht. Was nicht gehe, sei die "Doppelmoral", christliche Symbole zu akzeptieren, aber muslimische, jüdische oder andere aus der Öffentlichkeit zu verbannen. "Das käme auch der Politik und nicht zuletzt dem Freistaat Bayern zugute", so der ehemalige Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).

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