Krankenkassen: "Häufig mehr Schaden als Nutzen"

IGel-Hilfe Selbst zahlen oder nicht

Das Problem: Der Frau waren bereits vor fünf Jahren beide Eierstöcke entfernt worden. Es handelt sich dabei um eine kostenpflichtige medizinische Zusatzleistung.

Bei einem Arztbesuch bekommt jeder zweite Patient Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) angeboten, die er privat zu zahlen hat. Befragt wurden rund 2000 Patienten. Die Angebote orientierten sich häufig nicht am nachgewiesenen Nutzen, sondern an Vorlieben von Arztgruppen und Umsatzinteressen der Praxen, sagte Geschäftsführer Peter Pick. "Zum Teil werden Patienten unter Druck gesetzt, damit sie solche Leistungen annehmen". "Das ist nicht hinnehmbar", so Pick. Zu den häufigsten erbrachten Leistungen gehört die Augeninnendruckmessung zur Glaukom-Früherkennung. "Das führt zu Verunsicherung, denn einzelne Angebote sind medizinisch umstritten und können sogar gesundheitsschädlich sein". Eine solche alleinige Messung ohne eine Augenspiegelung werde vom Berufsverband aber als "Kunstfehler" eingestuft. Die meistverkauften Untersuchungen sind demnach die Messung des Augeninnendrucks sowie die Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung. Frauen würden durch Fehlalarme unnötig beunruhigt, es könnten auch gesunde Eierstöcke entfernt werden.

Der Berufsverband der Frauenärzte weist die Vorwürfe entschieden zurück. Die Kritik diene vor allem dazu, zusätzliche Leistungen in Misskredit zu bringen und das Misstrauen gegenüber Ärzten zu schüren. So sei ein Ultraschall isoliert nur auf Eierstockkrebs nicht sinnvoll. Mehr als jeder dritte Patient gab an, dass er sich bedrängt und unter Druck gesetzt fühlte. "Was für Haustürgeschäfte gilt, muss auch für ärztliche Igel gelten", sagte Vorstand Eugen Brysch. Patienten solle zwischen dem Angebot des Arztes und der Leistungserbringung eine vierzehntägige Bedenkzeit eingeräumt werde.

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