Siemens bleibt in Görlitz und will Werk in Leipzig verkaufen

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IG-Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner, der auch im Siemens-Aufsichtsrat sitzt, sprach von einem "für beide Seiten akzeptablen Ergebnis". Zwar müssen sämtliche Details über den Umfang der abzubauenden Stellen und die damit verbundenen zu ergreifenden Maßnahmen nun noch ausgehandelt werden. Bedingung sei dabei, dass Arbeitsplätze und Beschäftigung erhalten bleiben. Mehr noch: Es wird zu einem Leitwerk für das Geschäft aufgewertet. Personalchefin Janina Kugel einigte sich nach monatelangen Verhandlungen in der Nacht zum Dienstag mit dem Gesamtbetriebsrat und der IG Metall grundsätzlich darauf, wie die Kürzungen umgesetzt werden sollen. Außerdem sollten die Standorte im sächsischen Görlitz und in Leipzig geschlossen werden. Die Aktivitäten im Projektmanagement, Vertrieb und Lösungsgeschäft sollen nach Erlangen (2300 Mitarbeiter) verlegt werden.

Dennoch wird es tiefgreifenden Umstrukturierungen und Kostensenkungsmaßnahmen geben, um auf den Nachfrageeinbruch im Geschäft mit konventionellen, gas- und kohlebetriebenen Kraftwerken zu reagieren. Denn der Trend geht zu erneuerbaren Energien und kleineren, dezentralen Kraftwerken.

Siemens hatte im November in der Kraftwerkssparte und der Antriebstechnik die Streichung von weltweit rund 6900 Arbeitsplätzen angekündigt, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Es sei nach wie vor die Absicht, ohne betriebsbedingte Kündigungen auszukommen. Eine Art Kompromiss scheint nun gefunden worden zu sein. Von dem Abbau betroffen sind auch Offenbach, Duisburg, Mülheim/Ruhr und Berlin. Um wie viele Stellen es am Ende genau gehen werde?

Restrukturiert wird nun auch Erfurt (500 Mitarbeiter).

Beim Werk in Erfurt ist hingegen ein Verkauf zu den Akten gelegt worden. Doch habe sich kein Interessent gefunden, der bereit gewesen sei, den Standort nachhaltig zu betreiben.

Die IG Metall hatte einen Erhalt aller deutschen Standorte und einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen gefordert, um überhaupt in konkrete Verhandlungen einzusteigen. Siemens-Chef Joe Kaeser hatte bereits zu Begin des Jahres durchblicken lassen, dass Görlitz wahrscheinlich doch ein Standort des Konzerns bleibe. Das es sich um ein umfangreiches Vorhaben handelt, zeigt die Andeutung von Kugel, dass die Restrukturierungskosten Kosten für den Umbau einen hohen dreistelligen Millionenbetrag erfordern würden.

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