Siemens sagt Erhalt ostdeutscher Werke zu

Proteste gegen die Schließung des SIEMENS-Werks in Leipzig Plagwitz Anfang Januar

Das Geschäft am Standort Offenbach, wo Beschäftigte Kraftwerke planen und bauen, soll wie geplant mit Erlangen gebündelt werden.

Manchmal passieren die Dinge so schnell hintereinander, dass man nicht an einen Zufall glauben möchte. Im November hatte Siemens von 6900 Stellen weltweit gesprochen, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Am Montag erst hatte Siemens zeitlich befristete Betriebsschließungen in seiner Kraftwerkssparte angekündigt - und dies mit einem "anhaltenden beispiellosen Markteinbruch" bei der Stromerzeugung gerechtfertigt. Werke wie Leipzig und Görlitz sollten geschlossen werden, die Lage schien aussichtslos.

Der Elektrokonzern Siemens hat sich mit Gewerkschaft und Gesamtbetriebsrat über die Zukunft in ihren schwächelnden Geschäften in der Kraftwerks- und Antriebstechnik geeinigt.

Am Dienstag dann lud der Konzern zu einer spontanen Telefonkonferenz mit Personalvorstand Janina Kugel.

Allerdings hat die frohe Botschaft auch einen Haken: eine "Restrukturierung", also ein Abbau von Jobs, ist in Görlitz damit nicht aus der Welt. Konzern, Betriebsrat und IG Metall verständigten sich vergangene Nacht auf ein Eckwertepapier. Die ganz heiße Phase ist überstanden - jetzt geht es ans Eingemachte. Dadurch werde Offenbach "perspektivisch aufgegeben", ein Teil der Mitarbeiter solle jedoch weiter im Rhein-Main-Gebiet bleiben, teilte der Konzern mit. Das es sich um ein umfangreiches Vorhaben handelt, zeigt die Andeutung von Kugel, dass die Restrukturierungskosten Kosten für den Umbau einen hohen dreistelligen Millionenbetrag erfordern würden. Da müsse man sich noch gedulden, sagt die Managerin - man habe noch "sehr viel Arbeit" vor sich. Betriebsbedingte Kündigungen werden ausgeschlossen, der Fortbestand des Werkes gesichert.

In jedem Fall, sagte Kugel, sollten betriebsbedingte Kündigungen vermieden, alle Möglichkeiten freiwilliger Vereinbarungen (freiwilliges Ausscheiden, Frühpensionierungen, Altersteilzeit, WeiterqualifitŸierungen, Umbesetzungen, Beschäftigungsgesellschaften) genutzt werden. Was wohl viel heißt wie: Ja, alles ist möglich. Andererseits: Auch Kaeser und Kugel wollten Görlitz schließen.

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