Lufthansa-Chef: "Können nicht so stark wachsen wie wir wollen"

Knappe Ressourcen bremsen Wachstum von Lufthansa

Der Lufthansa-Konzern hat seine Kapazitätsplanungen für das laufende Jahr bereits mehrfach zusammengestrichen. Trotz aller Wirren und Auflagen der EU-Wettbewerbshüter kann Lufthansa-Chef Carsten Spohr seinen Eignern eine positive Bilanz des Geschäftsjahres 2017 vorlegen. Hart ins Gericht ging er mit dem Frankfurter Flughafen, dem grössten Drehkreuz des Konzerns. Die Gespräche mit dem Betreiber Fraport kämen nicht schnell genug voran.

Außerdem erfüllt der Flughafen ihm zufolge derzeit nicht die Erwartungen an Premium-Qualität. "So lange verlagern wir unser Wachstum verstärkt nach Zürich, München und Wien".

Der Flughafenbetreiber Fraport verwies seinerseits auf Anstrengungen, die Personenkontrollen effizienter zu gestalten. Auch fehlten Bundespolizisten in grosser Zahl, hatte Fraport-Chef Stefan Schulte vor wenigen Wochen erklärt. Folgen seien Engpässe bei Piloten und mancherorts auch bei den Flugbegleitern. Ersatzteile für die gängigsten Flugzeugmotoren würden knapp, während die Hersteller nicht mit den Auslieferungen neuer Maschinen hinterherkämen.

Vor allem die Billigtochter Eurowings bereitet den Managern dabei noch Kopfzerbrechen, weil das geplante starke Wachstum nicht komplett umgesetzt werden kann. Die Passagiere könnten nicht mehr mit immer billigeren Tickets rechnen: "Der Preisverfall wird nicht so schnell weitergehen wie in der Vergangenheit". Nach dem ersten Quartal hat Spohr das Ziel bekräftigt, trotz steigender Kerosinpreise den operativen Rekordgewinn von fast drei Mrd. Spohr erhielt dafür großen Beifall der Aktionäre. Die Anteilseigner sollen in Form einer von 50 auf 80 Cent erhöhten Dividende an dem Erfolg teilhaben. Spohr stellte eine gleichbleibende Ausschüttung für 2018 in Aussicht, falls der Gewinn wie geplant leicht zurückgehen sollte.

Aktuell geht es im Konzern vor allem darum, die Direktflugtochter Eurowings auf Gewinnkurs zu bringen. Auf seiner ersten Versammlung als Verwaltungsratschef legt der frühere Merck-Chef und Ex-Lufthansa-Finanzchef Karl-Ludwig Kley eine Neufassung vor, die dem Vorstand mehr Spielraum bei Investitionsentscheidungen geben soll. Lufthansa hat bereits angekündigt, die Dividende auch in den kommenden Jahren auf dieser Höhe halten zu wollen.

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