Siemens-Werk in Leipzig-Plagwitz wird doch nicht geschlossen

Siemens-Werk Görlitz bleibt erhalten

IG-Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner sprach von einem "für beide Seiten akzeptablen Ergebnis". Zwar müssen sämtliche Details über den Umfang der abzubauenden Stellen und die damit verbundenen zu ergreifenden Maßnahmen nun noch ausgehandelt werden. Diese sind weniger von der Energiewende betroffen.

Das Werk im strukturschwachen Görlitz, das besonders im Fokus der Politik gestanden hatte, soll nun zur Zentrale des weltweiten Geschäfts mit Industrie-Dampfturbinen ausgebaut werden. Mehr noch: Es wird zu einem Leitwerk für das Geschäft aufgewertet.

Siemens-Personalchefin Janina Kugel einigte sich in der Nacht zum Dienstag mit dem Gesamtbetriebsrat und der IG Metall grundsätzlich darauf, wie der geplante Stellenabbau in der Kraftwerks- und der Antriebssparte umgesetzt werden soll. Außerdem sollten zwei Standorte im sächsischen Görlitz und in Leipzig geschlossen werden, auch der Standort Offenbach stand auf der Kippe. Die Aktivitäten im Projektmanagement, Vertrieb und Lösungsgeschäft sollen nach Erlangen (2300 Mitarbeiter) verlegt werden.

Die Sparte steht unter Druck, weil unter die Nachfrage nach Kraftwerke mit dem Vordringen der erneuerbaren Energien sinkt.

Der Konzern hatte zuvor angekündigt, in diesen Sparten weltweit rund 6900 Stellen streichen zu wollen, davon rund 3400 in Deutschland.

Sie zögert auch bei der Frage, ob Siemens betriebsbedingte Kündigungen aussprechen will. Dies sei "nicht das, was wir wollen", sagt sie. Die Pläne haben zu einer harten Konfrontation mit Gewerkschaft und Betriebsräten geführt.

Dennoch werden die Standorte Mülheim an der Ruhr, Duisburg und Berlin im Kraftwerksbereich kräftig umgebaut; eine erhebliche Zahl von Arbeitsplätze werden wegfallen. Ähnliche Pläne für Erfurt waren gescheitert, das Werk bleibt in kleinerem Maßstab erhalten.

Restrukturiert wird nun auch Erfurt (500 Mitarbeiter). Doch habe sich kein Interessent gefunden, der bereit gewesen sei, den Standort nachhaltig zu betreiben.

Beim Standort Leipzig werde weiter ein Verkauf geprüft. Die IG Metall hatte übrigens den Erhalt der deutschen Standorte und einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen gefordert, davon werden die Gewerkschafter nicht alles bekommen. Das es sich um ein umfangreiches Vorhaben handelt, zeigt die Andeutung von Kugel, dass die Restrukturierungskosten Kosten für den Umbau einen hohen dreistelligen Millionenbetrag erfordern würden.

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