Licht und Schatten bei Siemens: Kraftwerkssparte auf Talfahrt

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Im zweiten Geschäftsquartal verschärfte sich die Krise der Sparte und überlagerte die gute Entwicklung vor allem in der Digitalisierungs- und der Zugsparte.

"Die Division Power and Gas, die für 15 Prozent unseres Umsatzes steht, agiert weiterhin in einem enorm wettbewerbsintensiven Markt", sagte Siemens-Finanzvorstand Ralf Thomas. Euro Gewinn an, statt wie bisher 6,1 bis 6,5 Mrd. Hintergrund ist, dass Siemens seinen Anteil am IT-Unternehmen Atos in seinen Pensionsfonds einbrachte.

Siemens will bei konventionellen Kraftwerken und in der Antriebstechnik weltweit zusammen rund 6900 Jobs zu streichen, davon rund 3400 in Deutschland. Am Vortag hatte der Konzern nach zähem Ringen mit Arbeitnehmervertretern die Einigung auf Eckpunkte für die Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan für die Sparte bekanntgegeben. Das ließ den Nettogewinn zwischen Januar und März um 39 Prozent auf 2,02 Milliarden Euro steigen, Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet.

Der Münchner Industriekonzern erhöhte auf dieser Basis die Prognose für den Gewinn je Aktie im laufenden Jahr auf 7,70 bis 8,00 Euro und hob damit die bisherige Spanne am unteren Ende um 50 und am oberen Ende um 30 Cents an. Unter dem Strich peilt Siemens jetzt 6,5 bis 6,8 Mrd. Euro. An der Börse sorgte das für gute Stimmung: In der Früh gewannen die Siemens-Aktien zeitweise mehr als vier Prozent und notierten bei mehr als 115 Euro. Der Umsatz blieb im Quartal mit 20,1 Milliarden Euro stabil. Dabei machte der starke Euro dem Technologiekonzern zu schaffen. Angesichts eines Rekord-Auftragsbestands von 129 Milliarden Euro zeigte sich Finanzchef Thomas aber zuversichtlich für das zweite Halbjahr. Es sei jedoch "naiv" zu glauben, dass die hohen Wachstumsraten auf Dauer so beibehalten werden könnten.

In der Kraftwerkssparte schrumpften Auftragseingang und Umsatz zwischen Jänner und März jeweils kräftig, und das Ergebnis brach um fast drei Viertel ein. "Mit der Anhebung unserer Jahresprognose demonstrieren wir unseren Anspruch an die Leistungsfähigkeit des Unternehmens, den Strukturwandel zu meistern und die digitale Industrie zu gestalten", sagte Vorstandschef Joe Kaeser.

Dagegen konnte Siemens vor allem im Digitalisierungsgeschäft etwa für Fabriken kräftig zulegen: Hier kletterten Auftragseingang und Umsatz um je rund ein Fünftel, und das Ergebnis legte sogar um 40 Prozent zu.

Es kracht und stinkt nicht in dieser Vorzeigefabrik.

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