Zwischen #MeToo und Oscarpreisträgern: Startschuss für Filmfest Cannes

Zwischen #MeToo und Oscarpreisträgern: Startschuss für Filmfest Cannes

Baustellen gibt's beim Filmfestival von Cannes, das am Dienstag beginnt, allerdings noch genug. Wettbewerbsfilme müssen drei Jahre (!) vor dem Streaming in französischen Kinos gezeigt werden. Immerhin arbeiten wunderbare und angesehene Filmemacher für den Streaminganbieter, und aktuell etwa zahlt Netflix für die posthume Fertigstellung des letzten Orson Welles Films "The Other Side of the Wind". "Everybody knows" ist nicht nur Farhadis erster Film auf Spanisch, sondern auch der erste von 21 Beiträgen im Wettbewerb. Preisvergabe ist am 19. Mai. "Ich habe gemischte Gefühle", sagte Farhadi in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa. Er selbst könne sehen, wie sein Film vom Publikum aufgenommen werde. "Es ist unfair, dass er nicht hier sein kann".

Panahi erhielt 2010 ein 20-jähriges Berufsverbot, drehte seitdem aber immer wieder Filme, die er teilweise ins Ausland schmuggeln liess.

Am Dienstagabend startete ein Festival, in dem vieles anders sein wird als in den Vorjahren: keine Selfies auf dem roten Teppich, keine Netflix-Produktionen, keine Vorab-Vorführungen für die Presse - und auch die Folgen des Skandals um Hollywood-Mogul Harvey Weinstein werden spürbar sein. Blanchett machte kein Geheimnis aus ihrer Unzufriedenheit über die geringe Anzahl weiblicher Regisseure, die sich in diesem Jahr um die Goldene Palme bewerben. Die Auswahl der Juroren - insgesamt fünf Frauen und vier Männer - soll als Signal verstanden werden. "Das Festival von Cannes wird ohne Zweifel nicht mehr dasselbe sein", sagte Direktor Thierry Frémaux Mitte April mit Blick auf die #MeToo-Debatte. Mehrere der Fälle sollen sich in Cannes ereignet haben. Die französische Kulturministerin Françoise Nyssen wird zudem mit der schwedischen Regierung während des Festivals einen internationalen Fonds für die Unterstützung von Regisseurinnen aus der Taufe heben. Auch Filme der regierungskritischen Regisseure Jafar Panahi aus dem Iran und des Russen Kirill Serebrennikow laufen im Wettbewerb.

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