ARD: Russland verweigert Doping-Experten die WM

Hajo Seppelt

Seppelt stehe auf der Liste der "unerwünschten Personen", teilte der Südwestrundfunk (SWR) mit. Nähere Angaben zu den Hintergründen seien nicht gemacht worden.

Der Sender schreibt in seiner Mitteilung: "Die ARD betrachtet dies als einen einmaligen Vorgang in der Geschichte des ARD-Sportjournalismus und im Hinblick auf die Berichterstattung über Großereignisse wie die Fußball-WM als beispiellosen Eingriff in die Pressefreiheit". Bei Sportgroßereignissen wie der Fußball-WM oder den Olympischen Spielen sei der freie Zugang für Medienvertreter selbstverständlich und gehöre zu den Voraussetzungen für die Vergabe an Ausrichterländer. "Offenkundig hat die Aufdeckung des Staatsdoping-Systems so große Tragweite, dass Russland glaubt, solche Maßnahmen ergreifen zu müssen. Kritische Berichterstattung ist nicht nur von inländischen, sondern auch von ausländischen Journalisten nicht mehr erwünscht". Er sei am Feiertag gebeten worden den russischen Vize-Konsul in Deutschland anzurufen. Der Sender teilt mit, das für ihn beantragte Visum sei für ungültig erklärt worden. Er sagte, es täte ihm leid. Seppelt recherchiert seit vielen Jahren zu Doping im deutschen und weltweiten Spitzensport. Der Journalist wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2016 mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis, weil er nach Auffassung der Jury "Licht ins Dunkel mächtiger internationaler Dopingnetzwerke" bringe und "heftigen Widerstand von internationalen Sportorganisationen, Funktionären und Verkäufern glitzernder Großereignisse" provoziere.

Seppelts Film "Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht" hatte die Aufdeckung des russischen Dopingskandals zur Folge.

Der Reporter sagte der Frankfurter Rundschau, er warte nun auf die Reaktion des Weltfußballverbands Fifa. "Das spricht für sich", sagte Seppelt.

Russland verweigert dem Doping-Experten der ARD, Seppelt, die Einreise zur Fußball-Weltmeisterschaft.

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