Erste Parlamentswahl im Irak nach Sieg gegen IS begonnen

Viele Städte wie die einstige IS-Hochburg Mossul liegen zu großen Teilen noch in Trümmern

Eine zentrale Frage ist, ob der von Schiiten regierte Irak näher an seinen ebenfalls schiitisch geführten Nachbarn Iran rückt. Der größte Feind aber, die Terrormiliz Islamischer Staat, wurde weitestgehend besiegt. Und jetzt wird gewählt. Die Iraker wählen an diesem Samstag das erste Mal nach dem Sieg der Armee gegen die Terrormiliz IS (Daesh) ein neues Parlament.

Denn auch wenn der IS weitestgehend besiegt wurde, ist er nicht vernichtet. Viele Gebiete liegen noch in Schutt und Asche. Noch immer harren Hunderttausende in Flüchtlingslagern aus. Die Kluft zwischen der Mehrheit der Schiiten, die die Macht besitzen, und der Minderheit der Sunniten, die sich unterdrückt fühlen, spaltet das Land.

Als Favorit gilt die Partei des schiitischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi. Es gilt als unwahrscheinlich, dass ein einziges Wahlbündnis genug Stimmen erreicht, um allein eine Regierung bilden zu können.

Al-Abadi ist seit fast vier Jahren im Amt. Er fordert den vollständigen Abzug der US-Soldaten und kritisiert Abadi, der die enge Bindung zum Iran durch eine Annäherung an dessen Rivalen Saudi-Arabien auszugleichen versucht. Große Teile des Iraks sind jedoch zerstört. Nach UN-Angaben leben im Irak zudem noch mehr als zwei Millionen Binnenflüchtlinge - also Menschen, die im eigenen Land aus ihren angestammten Wohnungen ausgebombt oder vertrieben wurden. Auch IS-Zellen sind weiter aktiv. Die strenge Sicherheit kommt auch durch die Drohung des IS, der mit Anschlägen drohte. Mehr als 24 Millionen Iraker sind aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Sie entscheiden über 329 Sitze im irakischen Abgeordnetenhaus. Zehntausende Sicherheitskräfte sollen für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Mit Blick auf die Wahl im Irak hat das Internationale Rote Kreuz (IKRK) die Weltgemeinschaft aufgerufen, das Land angesichts der großen Zerstörung nicht im Stich zu lassen. "Die internationale Gemeinschaft muss sich weiter engagieren".

Der Weltbank zufolge werden für den Wiederaufbau des Iraks rund 88 Mrd. Bei einer internationalen Geberkonferenz im Februar in Kuwait waren dem Land 30 Milliarden Dollar (etwa 24 Milliarden Euro) zugesagt worden.

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