Deutsche Wirtschaft verliert etwas an Tempo

Schwächerer Jahresauftakt: Deutschlands Wirtschaft wächst langsamer

Gegenüber dem Vorquartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft in Deutschland um 2,2 Prozent gewachsen. Mal in Folge gegenüber dem Vorquartal gestiegen sei. Das soll bis 2019 knapp eine Million mehr Jobs geben. In den drei Vorquartalen war jeweils ein Plus von 0,7 Prozent herausgesprungen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Januar bis März nur noch um 0,3 Prozent zum Vorquartal zu und damit so langsam wie seit rund anderthalb Jahren nicht mehr. Im Produzierenden Gewerbe arbeiten 107.000 mehr als vor einem Jahr (+11,3 Prozent) - 18.000 verlorene Jobs in Land- Forstwirtschaft und Fischerei (- 3,1 Prozent) und 67.000 bei den Selbständigen (- 1,6 Prozent) wurden locker kompensiert. Daneben verlor die außenwirtschaftliche Entwicklung an Dynamik, weil sowohl die Exporte als auch die Importe im Vergleich rückläufig waren. Zudem schwächten sich die Konsumausgaben des Staates erstmals seit knapp fünf Jahren ab und dämpften das Wirtschaftswachstum.

Nach Angaben der Statistiker wurde das Wachstum vor allem von den Bau- und Ausrüstungsinvestitionen gestützt, die kräftig zulegten. Das Barometer für ihre Erwartungen im kommenden halben Jahr verharrte im Mai bei minus 8,2 Punkten, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 210 Analysten und Anlegern mitteilte. Auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sehen in den insbesondere von den USA angeheizten internationalen Handelskonflikten ein Risiko für die exportorientierte deutsche Wirtschaft.

Auch im Vorjahresvergleich hat sich das Wirtschaftswachstum etwas abgeschwächt: Das preisbereinigte BIP war im ersten Quartal 2018 um 1,6% höher als im ersten Quartal 2017.

Für Unsicherheit sorgte zuletzt auch die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA. Auch in Frankreich und Italien wurde lediglich ein Plus von 0,3 Prozent erreicht. Die Hauptstütze des Aufschwungs steht damit noch. Hier wird entscheidend sein, wie sich die globalen Handelskonflikte weiter entwickeln. "Wir gehen von einer Erholung der Konjunkturdynamik im Jahresverlauf aus und erwarten Raten von etwa 0,5 Prozent pro Quartal", wird ein Analyst der BayernLB zitiert.

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