Kaspersky verlegt Kundendaten in die Schweiz

Firmenzentrale von Kaspersky in Moskau

Als Begründung wurden Sicherheitsbedenken angegeben.

Eine gründliche Prüfung habe ergeben, dass es durch die Software des russischen Unternehmens Kaspersky Lab ein Risiko auf digitale Spionage und Sabotage gebe, sagte Justizminister Ferdinand Grapperhaus am Dienstag im niederländischen Radio. Nach russischer Gesetzgebung müssten "Unternehmen wie Kaspersky die russischen Geheimdienste unterstützen im Ausüben ihrer Aufgaben, wenn diese Dienste das fordern". Konkrete Hinweise auf einen Missbrauch der Kaspersky-Software zu solchen Zwecken gibt es nach den Worten des Ministers nicht. Auch Litauen hat ein Verbot von Kaspersky-Software erlassen und erklärt, diese könne die nationale Sicherheit gefährden. Außer für Behördenrechner gilt die neue Vorschrift auch für Computer von Unternehmen und Organisationen, die unter die Allgemeinen Sicherheitsanforderungen für Verteidigungsaufträge (Algemene Beveiligingseisen Defensie Opdrachten, ABPO) fallen.

The logo of the anti-virus firm Kaspersky Lab is seen at its headquarters in Moscow, Russia September 15, 2017. Über die Entscheidung aus Den Haag sei das Unternehmen enttäuscht, berichtet die niederländische Nachrichtenagentur ANP.

Die russische Antivirus-Softwarefirma Kaspersky verlegt große Teile ihrer Infrastruktur und ihres operativen Geschäfts in die Schweiz. "Es hat den Anschein, dass unser Unternehmen Opfer von geopolitischen Entwicklungen ist", sagte ein Sprecher demnach. Kaspersky wolle "Vertrauensrisiken deutlich verbessern und seine Transparenz für aktuelle und zukünftige Kunden sowie für die Öffentlichkeit weiter erhöhen". Dem Unternehmen zufolge sollen ab Ende 2019 die Daten von Kunden aus Europa, Nordamerika, Singapur, Australien, Japan und Südkorea in einem neuen Rechenzentrum in Zürich gespeichert und verarbeitet werden.

Bis zum Ende des Jahres soll die Produktion der Antivirus-Software nach Zürich umgezogen sein. Weitere Länder würden folgen, hieß es.

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