NSU-Prozess: Verteidigung fordert Freispruch für Wohlleben

NSU-Prozess in München Freispruch für Wohlleben

Seine Anwälte attackieren das Gericht und werfen ihm vor, nicht an der Aufklärung des Falles interessiert zu sein.

Mit scharfen Angriffen gegen staatliche Stellen und die Richter des Münchner Oberlandesgerichts (OLG) hat am Dienstag in Deutschland das Plädoyer der Verteidigung für Ralf Wohlleben begonnen, einen der fünf Angeklagten im Münchner NSU-Prozess. Schon zu Beginn des NSU-Prozesses habe das Urteil gegen Wohlleben "wie in Stein gemeißelt" festgestanden. Wohlleben hat laut Anklage genau gewusst, wie gefährlich Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt waren, und er habe es auch mindestens für möglich gehalten, dass sie mit der Waffe Menschen töten werden. Die Bundesanwaltschaft hat zwölf Jahre Haft für den heute 43-Jährigen gefordert. "Ralf Wohlleben war kein Ausländerhasser". Mit einem rechtsstaatlichen Verfahren habe all dies nichts zu tun. "Herr Wohlleben, der böse Nazi, soll das Bauernopfer werden, weil man Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt nicht mehr einem Strafprozess zuführen kann". "Befangener geht's doch gar nicht".

Eingebettet in ihr Plädoyer formulierte sie den Antrag, ein früheres Mitglied der rechtsextremen und kriminellen Szene in Jena zu vernehmen.

Kategorisch verweigert habe das Gericht die Prüfung der Frage, ob sich die NSU-Terroristen ihre "Ceska" auf anderen Wegen beschafft hätten. "Darunter werden Sie es wohl nicht machen", spottete Klemke Richtung Senat: "Wir sind ja schließlich in Bayern". Oder vielleicht doch 13 Jahre "wegen der damit verbundenen Lobpreisungen der rot-grünen sogenannten Qualitätsmedien?" Andernfalls riskiere das Gericht, als Teil des "institutionellen Rassismus" geschmäht zu werden - der wiederum sei Teil eines "allfälligen Schuldkults, der das deutsche Volk konditionieren soll". Die Bundesanwaltschaft hat für ihn zwölf Jahre Gefängnis beantragt und sieht ihn als "steuernde Leitfigur" beim Aufbau des "Nationalsozialistischen Untergrunds". Möglicherweise seien ja Beate Zschäpe oder Uwe Böhnhardt selbst Informanten des Geheimdiensts gewesen, sagte sie. Zu den Verbrechen des NSU gehören neun fremdenfeindliche Morde an Zuwanderern und die Ermordung einer Polizistin in Heilbronn.

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