Tom Wolfe ist tot

Der US-amerikanische Schriftsteller und Journalist ist am Montag verstorben. Quelle AP

Der amerikanische Schriftsteller Tom Wolfe ist tot. Der Schriftsteller starb am Montag in einem Krankenhaus in Manhattan, wie seine Agentin der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Zu den bekanntesten zählen "Fegefeuer der Eitelkeiten" und "Ein ganzer Kerl". Das berichtet die New York Times unter Berufung auf Wolfes Agenten.

Der 1931 im US-Bundesstaat Virginia geborene gelernte Reporter arbeitete daneben auch als Stil- und Gesellschaftskritiker. Spätestens seit seinem Weltbestseller "Fegefeuer der Eitelkeiten" galt Wolfe als fester Teil des Literatur-Olymp.

An seinem Status als "erster Pop-Journalist" (Guardian) und zumindest Miterfinder des New Journalism - einer Strömung, die Literarisches und Nichtfiktionales mischt, - wagte kaum einer zu rütteln. Einige kritisierten ihn als eitlen Selbstdarsteller, andere lobten ihn als präzisen Gesellschaftsdiagnostiker, der für jedes Jahrzehnt das passende literarische Sittengemälde lieferte. Wolfe leugnete das nie.

Wolfe war eine prägende Figur des "News Journalism", die Reportagen aus einer stark subjektiven Perspektive schrieben. Sein erstes Werk: "Das Fegefeuer der Eitelkeiten". Das Buch über die Geldgier von Wall-Street-Bankern und Kredithaien erschien Mitte der 80er Jahre zunächst als Fortsetzungsgeschichte in der Zeitschrift Rolling Stone und wurde dann als Roman ein Welterfolg. Der Titel wurde später von Brian de Palma mit Stars wie Hanks, Bruce Willis, Morgan Freeman und Melanie Griffith in den Hauptrollen verfilmt.

Wolfe hatte sich in den vergangenen Jahren zunehmend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Manchmal meldete er sich jedoch noch zu Wort.

Ganz in Weiß, mit Maßanzug und Hut, so spazierte Tom Wolfe bis zuletzt noch hin und wieder durch sein New York, durch seine Upper East Side. Langsam, aber stolz und aufrecht. 2016 griff er in "Das Königreich der Sprache" beispielsweise Charles Darwins Evolutionstheorie und den Literaturwissenschaftler Noam Chomsky an. 2012 legte er sich in "Back to Blood" mit den Eliten der Sonnen-Metropole Miami an.

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