Harvey Weinstein stellte sich der Polizei und wurde verhaftet | Welt

Weinstein Bei der Ankunft am Polizeipräsidium huscht ihm trotz allem ein Grinsen übers Gesicht

Weinstein auf dem Weg zur Polizei.

Der US-Filmproduzent Harvey Weinstein soll nach übereinstimmenden US-Medienberichten wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe noch diese Woche verhaftet werden. Zudem hat er seinen Pass abgegeben und muss um Erlaubnis bitten, wenn er die US-Bundesstaaten New York und Connecticut verlassen will.

Der Fall Weinstein war im vergangenen Oktober bekannt geworden und hatte unter dem Schlagwort #MeToo eine weltweite Debatte über sexuelle Übergriffe ausgelöst. Demnach geht es um Vorfälle aus den Jahren 2013 und 2004. Seine Kautionsbedingungen seien schon im Voraus festgelegt worden. Weinstein bekomme ein Überwachungsgerät, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Die nächste Gerichtsanhörung wurde für den 30. Juli angesetzt.

"Die heutige Anklage zeigt bedeutenden Fortschritt in dieser andauernden Untersuchung", sagte Staatsanwalt Cyrus Vance. Bei Weinsteins zweitem Opfer handelt es sich um die ehemalige Schauspielerin Lucia Evans.

Update, 16.53 Uhr: Nach der Anklage gegen den einstigen Hollywood-Mogul hat dessen Anwalt inzwischen die Unschuld seines Klienten beteuert. Weinstein sei sicher, "dass er komplett entlastet werden wird", hiess es weiter. Am Freitagnachmittag deutscher Zeit bestätigte die New Yorker Polizei, dass Weinstein wegen Vergewaltigung sowie sexueller Nötigung offiziell angeklagt worden sei. Dutzende Medienleute und Schaulustige standen vor dem Gebäude. Nun stellte er sich der Polizei und wurde festgenommen. Anschliessend wurde Weinstein unter Auflagen auf freien Fuss gesetzt.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Ermittlungen gegen Weinstein in den USA auf Bundesebene ausgeweitet worden. Die Ermittler wollen unter anderem herausfinden, ob der 66-Jährige etwa Frauen dazu gebracht habe, über Staatsgrenzen hinweg zu reisen, um sie belästigen zu können.

Auch in Los Angeles und London laufen gegen Weinstein Ermittlungen wegen sexueller Übergriffe.

Der einst einflussreiche Filmproduzent hat Fehlverhalten eingeräumt, bisher aber Vorwürfe von nicht-einvernehmlichem Sex zurückgewiesen.

Auch wenn Weinstein vor Gericht gestellt werde, wäre es bis zu einer Verurteilung wegen sexueller Übergriffe noch ein weiter Weg, sagte die Strafverteidigerin und Ex-Staatsanwältin Julie Rendelman der Nachrichtenagentur AFP.

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