Trump erwägt bilaterale Abkommen mit Kanada und Mexiko anstelle von Nafta

Ross Trump

"Wenn es eine Eskalation gibt, dann weil die Europäer zurückschlagen", schob Handelsminister Ross gestern im Interview mit dem "Figaro" der EU die Schuld in die Schuhe.

Die USA und die Europäische Union steuern auf einen Handelskrieg zu. Mexiko kündigte ebenso wie die EU-Kommission Vergeltungszölle auf US-Waren an.

Die EU müsse Ausgleichsmassnahmen verhängen, weil sie die US-Zölle für illegal halte, betonte Malmström laut der Nachrichtenagentur sda. "Dies schließt mögliche Gegenmaßnahmen mit ein".

Die EU sieht ihr Vorgehen durch die WTO gedeckt. Auf die Importe werden nun Zölle in Höhe von 25 Prozent bei Stahl und zehn Prozent bei Aluminium fällig. Auch die Begründung Trumps, die Zölle zum Schutz der nationalen Sicherheit einzuführen, ist aus Sicht der Bundesregierung nicht überzeugend. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte: "Die angeführten Gründe der nationalen Sicherheit tragen nicht". Als wichtiger Verbündeter und größter Abnehmer von Stahl aus den USA seien die Strafzölle für Kanada "inakzeptabel". "Die EU sollte mit Besonnenheit reagieren und weiter den Dialog suchen, um eine Spirale von Maßnahmen und Gegenmaßnahmen zu verhindern". Mexikos Wirtschaftsministerium teilte mit, unter anderem Stahl, Schweinefüße, Äpfel und Käse aus den USA mit Zöllen zu belegen. Bis die 28 Mitgliedsländer darüber entscheiden, werden einem EU-Vertreter zufolge aber noch Wochen ins Land gehen. Frühester Termin wäre demnach der 20. Juni.

Augenscheinlich wird die deutsche Kanzlerin von der Überlegung gebremst, dass die EU derzeit nicht geeint genug und deshalb nicht stark genug sei, um den Kampf gegen die Vereinigten Staaten aufzunehmen.

Juncker mahnte die Regierungen der EU-Länder zu einer gemeinsamen Linie gegenüber Trump. "Schlüsselindustrien wie Autos und Autoteile sind entscheidend für die Stärke unserer Nation", erklärte Trump kürzlich.

Die Entscheidung der USA vom Donnerstag sei nicht in Übereinstimmung mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) gefallen, kritisierte Altmaier. Schon vor seinem Amtsantritt hatte Trump im Januar 2017 in einem Interview mit der "Bild" und der "Times" angekündigt, dem Verkauf von Millionen deutscher Autos in Amerika Einhalt gebieten zu wollen. "Dies ist Protektionismus, klar und einfach", sagte Juncker.

Wegen der Vergeltungszölle müssen sich auch Menschen in Europa auf höhere Preise einstellen.

Die Zölle kommen für die EU nicht unerwartet. Der US-Präsident betrachtet die transatlantischen Handelsbestimmungen als unfair für sein Land.

US-Präsident Donald Trump erließ den Export von Aluminium und Stahl in die USA Strafzölle gegen die EU, Mexiko und Kanada. Das Volumen liegt bei nicht einmal drei Milliarden Euro.

Auf Entspannung standen dagegen die Zeichen im Handelsstreit zwischen den USA und China. US Steel gewannen 1,7 Prozent und Nucor 0,1 Prozent.

Auch Großbritannien äußert sich in einer ersten Reaktion "sehr enttäuscht" über die Entscheidung der USA.

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