Brüssel: "Partner verhandeln nicht im Boxring": EU und USA auf Konfrontationskurs

Bloomberg via Getty Images                   Die deutsche Bundesregierung lehnt die US-Strafzölle

Die USA und Europa wollen wohl noch weiter über dieses Thema sprechen.

Die Automobilindustrie mit langfristigen Investitions-, Produkt- bzw. Die Autobranche mit ihren langfristigen Produktzyklen sei auf verlässliche internationale Rahmenbedingungen angewiesen.

Die USA hatten Argentinien, Brasilien, Kanada, Mexiko, Südkorea und den EU-Ländern anfangs für die Einführung dieser Zölle einen Aufschub bis zum 1. Mai gewährt und die Frist anschließend bis Anfang Juni verlängert. Dazu sagte US-Handelsminister Ross: "Wir waren nicht bereit, diese Bedingung zu erfüllen". "Protektionismus und Abschottung gegenüber dem Freihandel dürfen nicht wieder die Oberhand gewinnen", sagte Maas mit Blick auf die US-Handelspolitik. Das finden die europäischen Länder nicht gut. "Gleichzeitig müssen wir aber befürchten, dass wir immer mehr in eine solche Spirale eintreten". Trump hatte die Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium bereits im März verhängt, der EU aber dann eine vorläufige Ausnahme gewährt. "Wir freuen uns darauf, die Verhandlungen mit Mexiko und Kanada einerseits, und mit der Europäischen Kommission auf der anderen Seite fortzuführen", sagte Ross. Der Wissenschaftler empfahl der EU interne Einigkeit, den Schulterschluss mit den übrigen WTO-Mitgliedern - und bei Bedarf die Drohung, die USA an empfindlicher Stelle zu treffen. Sie haben 2017 fast eine halbe Million Fahrzeuge in die USA exportiert. Das übergeordnete und offen kommunizierte Ziel des US-Präsidenten ist es, das Handelsdefizit der USA gegenüber Ländern wie Deutschland abzubauen.

So misslich und schwierig die Lage jetzt sei: Das transatlantische Verhältnis sei wirtschaftlich und politisch zentral. Kanadas Außenministerin Chrystia Freeland erklärte: "Dies ist eine sehr starke Aktion als Antwort auf eine sehr schlechte US-Entscheidung".

Der Chef des Stahlkonzerns Salzgitter, Jörg Fuhrmann, reagierte dagegen gelassen. Gravierender könnten laut Fuhrmann indirekte Effekte sein.

Die von den USA verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium stoßen auf scharfe Kritik des Wirtschaftsministeriums. "Dem kann ich nur Gutes abgewinnen".

Der Autozulieferer Continental sagte, gute Handelsbedingungen seien von entscheidender Bedeutung. Aber Trump hat den Werkstoff Stahl während des Präsidentschaftswahlkampfes und erst recht nach Amtsantritt zu einem Produkt stilisiert, an dem die nationale Sicherheit der USA hänge. Anleger fürchten deshalb eine Eskalation des Handelsstreits. "Die EU sollte gelassen bleiben", forderte Vietmeyer.

Lange war darüber gestritten worden, nun sind sie in Kraft: die Strafzölle der USA. Ohnehin könnte der Streit um Stahl- und Aluminiumeinfuhren nur der Auftakt zu einem größeren Handelskrieg sein, da Trump vor wenigen Tagen auch die Autoimporte als Bedrohung der nationalen Sicherheit bezeichnete und eine entsprechende Untersuchung durch das Handelsministerium anordnete.

Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Zollentscheidung hatte auch Mexiko mit der Ankündigung von Vergeltungszöllen reagiert.

Ross warnte die Europäer vor einer Eskalation, falls sie mit Vergeltungszöllen antworten.

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