Beschluss der EU-Kommission: Vergeltungszölle gegen USA kommen im Juli

Auf Harleys wird es bald Strafzölle geben

Die Strafabgaben werden ab Juli in Kraft treten, sagte EU-Vizekommissar Maros Sefcovic. Insgesamt werden die Zölle auf US-Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro erhoben - die Strafzölle der USA dagegen betreffen EU-Waren mit einem Wert von satten 6,4 Milliarden Euro. Sefcovic sprach von einer "angemessenen Antwort auf die einseitige und illegale Entscheidung der USA".

Die USA haben mit neuen Zöllen auf Stahl- und Aluminiumprodukte für die EU, Kanada und Mexiko einen Handelsstreit vom Zaun gebrochen. Dies hätten die Kommissare auf ihrem wöchentlichen Treffen beschlossen. In der EU dürften unter anderem Jeans, Motorräder und Whisky aus den USA teurer werden. Der Jack-Daniel's-Hersteller Brown Forman fürchtet deswegen bereits negative Auswirkungen auf sein Geschäft: "Die Wettbewerbslage in den Industrieländern bleibt weiterhin intensiv, ganz zu schweigen von den Sorgen über mögliche Vergeltungstarife für amerikanische Spirituosen", so der Konzern.

Demnach werden auf US-Stahlerzeugnisse Zölle von 15 bis 25 Prozent erhoben. Laut EU-Kommission soll die Differenz von 3,6 Milliarden Euro innerhalb der nächsten drei Jahre ausgeglichen werden, womöglich durch weitere Zölle auf US-Produkte. Die Partnerländer der USA haben beim jüngsten G7-Finanzministertreffen im kanadischen Whistler die Entscheidung als rechtswidrig und nicht hinnehmbar kritisiert. "Die deutsche Außenwirtschaftspolitik wird heute nur unzureichend der Bedeutung gerecht, die der Export für die deutsche Wirtschaft und damit dem Wohlstand in unserem Lande hat", klagte Verbandspräsident Carl Martin Welcker.

Kanzlerin Angela Merkel kündigte am Mittwoch im Bundestag an, beim kommenden G7-Gipfel den Schulterschluss der EU-Staaten mit Japan und Kanada zu suchen. So verhängte Mexiko etwa Einfuhrzölle von 20 Prozent auf Schweinefleisch aus den USA. Die USA, Mexiko und Kanada verhandeln hierzu seit Monaten. Sie haben 2017 fast eine halbe Million Fahrzeuge in die USA exportiert. Dazu gehörten zusätzliche Einfuhren von Agrarerzeugnissen und einige Industriegüter.

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