Waschmaschinen, Möbel: "Skandal" - Amazon vernichtet massenhaft Retouren

Auch funktionstüchtige Elektrogeräte werden wegen kleiner Makel oder Schönheitsfehler von Amazon angeblich vernichtet

Wie die "Wirtschaftswoche" und die ZDF-Sendung "Frontal21" am Freitag unter Berufung auf interne Produktlisten, Fotos und Aussagen von Mitarbeitern berichteten, werden in den deutschen Logistiklagern des Versandhändlers "in großem Umfang" Güter aller Art entsorgt, darunter Kühlschränke, Handys, Matratzen und Möbel.

Gegenüber WiWo und Frontal 21 erklärt Amazon, dass der Konzern daran arbeite, seine Prozesse zu optimieren, um "so wenig Produkte wie möglich" entsorgen zu müssen.

Update vom 08.06.2018, 13:38 Uhr: Amazon nimmt Stellung - das Statement in voller Länge " Amazon engagiert sich dafür, Warenabfall zu vermeiden und arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung von Nachfrageprognosen, um die Anzahl an nicht verkauften Artikeln zu minimieren. Auf Anfrage verweist der Versandhändler vielmehr schriftlich auf "mehrere Programme", um die Entsorgung zurückgegebener und schwer verkäuflicher Produkte "weiter zu reduzieren".

Amazon Deutschland vernichtet täglich Neuware im Wert von mehreren zehntausend Euro.

Wie neu: Diese Produkte sollen entsorgt werden. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth forderte Amazon auf, die Vorwürfe aufzuklären. Ein solches Vorgehen passt einfach nicht in diese Zeit. Er ist Staatssekretär im Bundesumweltministerium und ist überzeugt, dass "viele Verbraucher von einem solchen Verhalten schockiert sind und es auch nicht akzeptieren werden". Der ehemalige Umweltminister Klaus Töpfer nennt die Praxis von Amazon "unverantwortlich". Die Umweltorganisation Greenpeace fordert Konsequenzen: "Wir brauchen ein gesetzliches Verschwendungs- und Vernichtungsverbot für neuwertige und gebrauchsfähige Ware", sagt Greenpeace-Expertin Kirsten Brodde.

Auch das Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz forderte Aufklärung.

Dieses Vorgehen werde nun sowohl von Teilen der Regierung, als auch von privaten Umweltschutzorganisationen scharf kritisiert.

Der Onlinehändler bietet auch externen Anbietern, die den Logistikservice "Versand durch Amazon" nutzen, die Möglichkeit, unverkaufte oder umgetauschte Ware zu vernichten.

Auf Produktlisten, die Frontal 21 und der WirtschaftsWoche vorliegen, tauchen zum Beispiel Kinderturnschuhe, Kopfhörer sowie hunderte weitere Artikel auf - für einen einzigen Tag, in einem einzigen Lager. Der Service wird offenbar rege genutzt, wie aus internen Dokumenten hervorgeht. "Account wird gelöscht!" Auch auf Facebook machen viele User ihrem Ärger Luft - über die "Unverantwortlichkeit" von Amazon, den "Turbokapitalismus" und die "perverse Wohlstandsgesellschaft". Sie wurden intern mit der Versandmethode "Destroy" gekennzeichnet und in den Container geworfen.

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