Buchmarkt geschrumpft - Branche will Kunden stärker umwerben

Buchmarkt

Diese Entwicklung hat die Buchbranche in eine Krise gestürzt. Trotzdem ist hinter den Kulissen viel passiert - allein in den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Käufer auf dem Publikumsbuchmarkt, bei dem Schul- und Fachbücher nicht berücksichtigt werden, um 6,4 Millionen zurückgegangen. Das drückt auf die Umsätze: Die deutsche Buchbranche verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von 1,6 Prozent. Einen Schwund gibt es über alle Altersgruppen hinweg, am stärksten wirkt er aber in der Altersgruppe der 20 bis 50-Jährigen.

Erste dramatische Zahlen über diesen schleichenden Käuferschwund waren zwar schon Anfang des Jahres bekannt geworden. Insbesondere Serien-Streaming über Netflix und Co. hat sich hier als große Konkurrenz zum Buch etabliert. Sie können zusammen mit anderen angeschaut werden - und sie bieten Anlass zur Entspannung und zum Gespräch am nächsten Tag mit anderen. Aber Bücher sind heute "kein großes Gesprächsthema" mehr, stellt die Studie fest. Dies wiederum erschwert den Menschen den Zugang zum Buch - und macht Nicht-Lesen generell akzeptabel. Außerdem fehle den Menschen am Buchmarkt mit seiner immer noch gigantischen Flut von jährlich mehr als 70 000 Titeln die Orientierung, heißt es weiter.

Wie können die Abwanderer nun zurückgewonnen werden? "Das Buch muss zum Kunden kommen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skipis. Hier eine Auswahl: Bücher an "unerwartete Orte" wie beispielsweise Fitnessstudios bringen, eine App mit persönlichen Empfehlungen entwickeln, Leseproben an öffentlichen Orten wie Friseur oder Wartezimmer platzieren oder mit Events die Buchhandlungen zu Treffpunkten entwickeln.

Das Lesen eines Buchs soll damit wieder als "emotionales Erlebnis" und Erweiterung des Horizonts wahrgenommen werden. Mut macht der Branche, dass laut Studie viele Menschen angesichts einer immer kürzer getakteten Welt eine tiefe Sehnsucht nach Entschleunigung haben. Auch das digitale Buch ist vom Käuferstreik betroffen. Insgesamt wurden 9,13 Milliarden Euro erwirtschaftet, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Donnerstag in Frankfurt berichtete. Das Direktgeschäft der Verlage liegt bei knapp über 20 Prozent, daneben tragen weitere Verkaufsstellen wie etwa Warenhäuser zum Umsatz bei.

Gefällt Ihnen dieser Beitrag?

Related:

Comments

Latest news

Reese Witherspoon twittert: "Natürlich blond!" wird fortgesetzt
Yay! Die Handlung ist noch nicht bekannt - man weiß nur, dass es wieder um Frauenpower gehen wird. Die Rolle der in Pink gekleideten Blondine Woods hat sie berühmt gemacht.

Unternehmen: Neue Halberg Guss will Standort Leipzig schließen
Sie liefert VW Kurbelgehäuse, Zylinderköpfe und Kurbelwellen und hatte den Konzern mit hohen Preisforderungen konfrontiert. NHG warf Volkswagen vor, die Abnahmemenge reduziert zu haben, gleichzeitig sollten Kosten gesenkt werden.

Helene Fischer: Trägt sie auf dem Flieger-Cover einen Schlüpfer oder nicht?
Die beiden Moderatoren Dirk Stermann und Christoph Grissemann sprachen die pikante Thematik natürlich sofort an. Zu sehen ist eine etwas breitbeinige stehende Helene in einem schwarz-weißen Blazer.

Wirtschaft, Handel & Finanzen: Tesla-Aktionäre halten zu Musk - Fortschritte beim Model 3
Gegenüber den Aktionären gab Elon Musk zu: "Wir haben viele Fehler bei der Model-3-Produktion gemacht". Er hoffe zudem, bis Jahresende den Ort für eine solche "Gigafabrik" in Europa festlegen zu können.

Charlize Theron und Co.: Staraufgebot für neuen "Addams Family"-Film"
Conrad Vernon und Greg Tiernan , die Regisseure von ‚Sausage Party', werden die Verfilmung über die beliebte Familie mitgestalten. Nach Mitteilung von MGM soll Theron der Mutter Morticia ihre Stimme leihen, während Moretz die böse Tochter Wednesday spricht.

Other news