Streit um Moscheen in Österreich: Erdogan droht Kurz

SN  APA  AFP  ADEM ALTAN

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die von Österreich geplante Schliessung von Moscheen und die bevorstehende Ausweisung zahlreicher Imame scharf verurteilt - und mit nicht näher beschriebenen Konsequenzen gedroht.

Die Maßnahmen des österreichischen Kanzlers Kurz würden die Welt in Richtung eines "Krieges zwischen Kreuz und Halbmond" führen, sagte Erdogan bei einer Rede in Istanbul. Glaubt ihr, wir werden tatenlos zusehen, wenn ihr das macht? "Das bedeutet, dass auch wir einige Schritte unternehmen". Am letzten Freitag im Fastenmonat Ramadan, nur Stunden vor dem Freitagsgebet die Schließung mehrerer Moscheen zu verkünden, "ist ein Affront gegen die Musliminnen und Muslime in Österreich". "Parallelgesellschaften, politischer Islam und Radikalisierungstendenzen haben in unserem Land keinen Platz", sagte Kurz dazu in Wien. Bei den Imamen im Visier der Behörden handelt es sich um Geistliche der "Türkisch-Islamischen Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich".

Laut Innenminister Herbert Kickl verdächtigt die Regierung die Imame, gegen das Verbot des Auslandsfinanzierung religiöser Amtsträger zu verstoßen. Im April hatten Kriegsspiele mit Kindern anlässlich des Jubiläums einer Schlacht des Ersten Weltkrieges in einer Atib-Moschee in Wien für Aufsehen gesorgt. Die türkische Religionsbehörde Diyanet entsendet für die 960 Ditib-Moscheegemeinden Imame nach Deutschland und bezahlt sie auch.

In Österreich leben etwa 360.000 Menschen türkischer Herkunft, darunter 117.000 türkische Staatsbürger. Wien hatte zuletzt türkischen Politikern Wahlkampfauftritte vor der Parlamentswahl in der Türkei am 24. Juni untersagt.

Der Fraktionsvorsitzende der rechten FPÖ, Johann Gudenus, sagte laut Nachrichtenportal Heute.at, Österreich lasse sich diese Drohungen nicht gefallen.

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