Anordnung von Scheuer :Daimler ruft Hunderttausende Autos zurück

Pflichtrückruf für Hunderttausende Diesel von Daimler

Der Bund werde unverzüglich einen amtlichen Rückruf anordnen, gab Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer nach einem Gespräch mit Vorstandschef Dieter Zetsche in Berlin bekannt.

Betroffen sind neben dem Vito vor allem die Volumen-Modelle GLC 220 D und C 220 D. Sie werden besonders häufig verkauft.

Daimler muss deutschlandweit 238.000 Fahrzeuge wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung zurückrufen.

Welche Ausmaße der Fall hat, war bei dem Treffen die wichtigste Frage - aber nicht die einzige.

Mal wieder um eine aus Sicht der Behörden illegale Abschalteinrichtung, die die Abgasreinigung im Normalbetrieb auf der Straße reduziert und damit für einen erhöhten Ausstoß schädlicher Stickoxide sorgt.

Laut Zeitungsbericht nutzt Daimler wie andere Hersteller eine Harnstofflösung zur Abgas-Reinigung.

"Die Funktionen sind Teil eines komplexen Abgasreinigungssystems, das eine robuste Abgasreinigung bei unterschiedlichen Fahrbedingungen und über die Nutzungsdauer eines Fahrzeugs sicherstellen soll". Den Vorwurf, dass die Programmierung zweier Funktionen der Motorsteuerung nicht den geltenden Vorschriften entsprechen soll, werde man zur Not auch vor Gericht klären lassen.

Und was unternimmt die Justiz?

Daimler-Chef Zetsche hatte seit dem Ausbruch des Diesel-Abgasskandals bei Volkswagen vor fast zweieinhalb Jahren immer wieder betont, Fahrzeuge von Daimler würden nicht manipuliert. Daimler arbeite allerdings vollumfänglich und transparent mit dem KBA und dem Bundesverkehrsministerium zusammen.

Daimler ist möglicherweise ebenfalls tief in den Dieselskandal verstrickt: Laut "Bild am Sonntag" prüft das Kraftfahrtbundesamt den Verdacht, der Autobauer habe weitere Abschalteinrichtungen eingesetzt.

Im April 2016 schockte der Konzern seine Aktionäre dann mit einer Pflichtmitteilung: Das US-Justizministerium habe angeordnet, das Zustandekommen der offiziellen Abgaswerte in den Vereinigten Staaten intern und unter Einbeziehung der US-Aufseher unter die Lupe zu nehmen. Die Aktie ging vorübergehend auf Talfahrt, auch wenn Daimler alles daran setzte, dem Eindruck einer zweiten Abgas-Affäre im Stile des VW-Skandals entgegenzuwirken.

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