Fall Susanna: Kann Ali Bashar womöglich wieder frei kommen?

Todesfall Susanna- Tatverdächtiger kommt in U-Haft

"Ich bin froh, dass der von der deutschen Justiz gesuchte, mutmaßliche Täter wieder in Deutschland ist!", teilte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Abend mit. Bundespolizisten hatten Ali B.am Samstag an Bord einer Lufthansa-Maschine aus der nordirakischen Stadt Erbil zurück nach Deutschland gebracht.

Bundespolizei-Chef Dieter Romann sagte der "Bild", Ali B. habe sich noch aus dem Irak absetzen wollen.

Beamte einer Spezialeinheit brachten Ali B. per Polizeihubschrauber in eine Justizvollzugsanstalt. In kurdischer Haft soll der Verdächtige die Tötung Susannas einem Medienbericht zufolge gestanden haben. Weil das Mädchen gedroht habe, die Polizei zu rufen, habe er sie getötet. Demnach habe der 20-Jährige zugegeben, das Mädchen nach einem Streit getötet zu haben. Seine Mutter sagte der Deutschen Welle, dass ihr Sohn sich nicht an die Tat erinnern könne, weil er betrunken gewesen sei. Am Samstagabend hatte eine Lufthansa-Maschine Ali B. aus der nordirakischen Stadt Erbil nach Frankfurt am Main gebracht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich wegen dem Fall Susanna für schnellere Abschiebungen abgelehnter Flüchtlinge aus. Das unfassbare Leid, das der Familie und dem Opfer widerfahren sei, berühre jeden.

Merkel sagte, der Mord habe ganz Deutschland und auch sie tief erschüttert.

Ali B. solle in Gewahrsam der Bundespolizei aus dem Irak nach Frankfurt gebracht werden, schrieben die Zeitungen.

Der Tatverdächtige im Mordfall Susanna soll im Laufe des Tages einer Haftrichterin am Amtsgericht Wiesbaden vorgeführt werden. Dann werde ihm der Haftbefehl eröffnet. Er war am Nachmittag im Wiesbadener Polizeipräsidium mehrere Stunden lang von der Amtsrichterin vernommen worden.

Der 20-jährige Verdächtige (mehr über ihn lesen Sie hier) war in der Nacht zum Freitag im Nordirak von kurdischen Sicherheitsbehörden festgenommen worden.

Dieter Romann Präsident der Bundespolizei
Dieter Romann Präsident der Bundespolizei

Die Demonstrationen in Mainz nach dem gewaltsamen Tod von Susanna gehen weiter. Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität meldete für heute eine Demo in der Innenstadt an. Unter dem Motto "Stop the Violence - gegen sexualisierte Gewalt und Unterdrückung" plant eine Initiative am Hauptbahnhof eine Kundgebung und einen Zug zum Petersplatz nahe dem Schloss. Es helfe nicht, "Hass mit Hass zu begegnen", sagte eine Rednerin am Samstag auf der Veranstaltung, zu der die "Gutmenschliche Aktion Mainz" aufgerufen hatte.

Die AfD-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz demonstrierte unter dem Motto "Es reicht!" Warum die 14-jährige Schülerin aus Mainz vergewaltigt und getötet wurde, ist noch unklar.

Nach Angaben der kurdischen Polizei hat der 20-Jährige allerdings ein Geständnis abgelegt.

Der Fall hat eine heftige politische Debatte ausgelöst.

Am Freitag haben Menschenrechtler die irakischen Behörden aufgefordert, den mutmaßlichen Mörder der 14-jährigen Susanna nach Deutschland auszuliefern. "Das ist jetzt kein Einzelfall mehr", sagte die Ethnologin der Nachrichtenagentur DPA zum Fall Susanna.

Im Islam wie auch in anderen Religionen gebe es patriarchalisch geprägte Normen, die Gewalt und sexuelle Übergriffe legitimierten. "Durch diesen Fall wird das noch verstärkt".

"Ich wollte nicht, dass er im Ramadan in der Fremde stirbt und ich dann ein schlechtes Gefühl habe", sagte Kalida M. Sie wandte sich gegen eine Auslieferung ihres Sohnes an Deutschland.

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