Vollgeld-Initiative: Schweizer lehnen revolutionären Wechsel ab

Viele Schweizer Franken

Derzeit machen Münzen und Banknoten nur zehn Prozent der Geldmenge aus, die sich im Umlauf befindet.

Die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben heute die Volksinitiative ‚Für krisensicheres Geld: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank!' (Vollgeld-Initiative) deutlich verworfen. Nach Ansicht der Schweizer Regierung wird mit der neuen Regelung das Gesetz an das digitale Zeitalter angepasst. So sollte das Geld unabhängig von möglichen Bankenpleiten werden. Darüber hinaus warnten Banken- und Unternehmenssprecher, eine Einführung des Vollgeldes hätte "unkalkulierbare Folgen" für den Schweizer Franken, da der Leitzins als geldpolitisches Instrument wegfallen würde. Hätte die Initiative bei der Volksabstimmung eine Mehrheit erhalten und wäre auch die Umstellung in den vorgesehenen zwei Jahren ohne größere Probleme gelungen, hätte das nach Einschätzung der Kieler ExpertInnen zu ähnlichen Initiativen im Euroraum führen können. Damit dürfen künftig nur noch zertifizierte Casinos und Unternehmen mit Sitz in der Schweiz Glücksspiele anbieten - auch im Internet. Sie sollen ihr Geld nun auf Online-Portalen bestehender Schweizer Casinos einsetzen. Das System funktioniert, solange nicht alle zur Bank gehen und ihr Geld ausgezahlt haben wollen. Sie sprachen von einer Internet-Zensur und einer Bevorzugung Schweizer Casinos. Laut der Vereinigung Addiction sind rund 75.000 der 8,3 Millionen Schweizer spielsüchtig. Ein Bündnis aus Jugendorganisationen mehrerer Parteien hatte die erforderlichen 50.000 Unterschriften gesammelt, um das Referendum zu erzwingen.

Das Geld aus der Besteuerung von Glücksspielunternehmen soll Hilfsprogrammen gegen Spielsucht sowie Sport- und Kulturprogrammen zugute kommen. Knapp 54 Prozent der Befragten sprachen sich gegen eine finanzielle Beteiligung des Kantons in Millionenhöhe aus.

Ohne den Kredit über 100 Millionen Franken (gut 86 Millionen Euro) dürfte es keine Kandidatur geben, die noch bis Anfang 2019 beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingereicht werden kann. Noch im Rennen sind unter anderem Graz, die schwedische Hauptstadt Stockholm sowie das kanadische Calgary.

Related:

Comments

Latest news

"Modern Family": Jackson Odell stirbt mit 20 Jahren
Zwei Jahre später ist Jackson Odell tot. "Meine Gedanken sind bei euch", dürfte der Familie viel Trost schenken. Er soll einige Songs für den im Jahr 2018 erschienenen Musical-Film "Forever my Girl" geschrieben haben.

ARD-Talk Anne Will - Angela Merkel nennt Trumps G7-Entscheidung deprimierend
Auf die USA dürften sich Deutschland und Europa jedenfalls nicht mehr "etwas leichtfertig" verlassen, wie sich Merkel ausdrückte. Gündogan und Özil gehörten zur Nationalmannschaft, "und deshalb würde ich mich freuen, wenn mancher Fan auch klatschen könnte".

Merkel teilt in Talk-Show gegen Trump aus
Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach am Abend mit Anne Will über die Zukunft der G7-Staaten und Trumps Rückzug aus dem Abkommen. Bei Anne Will zeigte sich die Kanzlerin diesem Bild zunächst gewachsen und pries sich selbst als Kompromissvermittlerin.

"Extrem stressige Nacht": Hilfsorganisationen retten 629 Migranten im Mittelmeer
Die Migranten waren auf der zentralen Route zwischen Libyen und Italien sowie im Westen zwischen Marokko und Spanien unterwegs. Seit einer Absprache zwischen der dortigen Regierung und Rom 2014 werden dorthin so gut wie keine Geretteten mehr gebracht.

G7-Abschlusserklärung: Trump zieht Zustimmung zurück
Zu den G-7-Staaten gehören neben den USA die Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan. Die führenden westlichen Industrienationen bilden keine Einheit mehr, sie werden in der Handelspolitik zu Gegnern.

Other news