Italien will den Euro behalten

Italiens Finanzminister Giovanni Tria

Der neue italienische Finanzminister Giovanni Tria erklärte, dass die neue italienische Regierung nicht vorhabe, den Euro-Raum zu verlassen. Zugleich wolle das neue Kabinett Wachstum und Beschäftigung fördern. "Aber wir wollen das Wachstum nicht durch schuldenfinanzierte Ausgaben in die Höhe treiben". Er stellte sich auch hinter den Euro. Dieser hatte noch laut über einen Ausstieg Italiens aus dem Euro nachgedacht.

Als Wirtschaftsminister sei es seine Pflicht, dafür zu sorgen, dass Italiens Zugehörigkeit zum Euro nicht infrage gestellt wird, so Giovanni Tria.

Im Budgetentwurf, den die italienische Regierung im September vorlegen werde, werde sich die Regierung um Schuldenabbau und Defiziteindämmung bemühen. Der neue Ministerpräsident Giuseppe Conte kündigte zum Auftakt seiner Amtszeit an, die öffentlichen Ausgaben zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums steigern zu wollen.

Die politischen Mehrheitsverhältnisse in Italien lösen in Brüssel Besorgnis aus. Sollte ein Austritt nicht erfolgen, müsste die Euro-Zone den Wechselkurs des Euro flexibel machen. Italien ist in der Euro-Zone das Land mit der höchsten Staatsverschuldung nach Griechenland. Savona war von Staatspräsident Mattarella als Finanzminister abgelehnt worden.

Kurzfristig sieht die EU-Kommission keine Refinanzierungsrisiken für Italien, da genug Liquidität im Markt sei.

DIW-Chef Marcel Fratzscher spricht im Interview über die harte Kritik an der EZB, das Versagen der nationalen Politik in Europa und warum eine Krise in Italien schlimmer wäre als in Griechenland.

Während der chaotischen Regierungsverhandlungen zwischen der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und der rechten fremdenfeindlichen Lega waren immer wieder Sorgen aufgekommen, die Koalition könnte einen Austritt aus dem Euro in Erwägung ziehen.

Related:

Comments

Latest news

International Konflikte China Russland USA:Putin ist zu Treffen mit Trump bereit
Trump ist wegen Russland-Kontakten enger Vertrauter vor seinem Amtsantritt im Visier von FBI-Sonderermittler Robert S. Mueller . Österreich versuchte zuletzt, sich als Vermittler zwischen dem Westen und Russland zu positionieren.

G7-Gipfel - Donald Trump zieht Zustimmung zur Abschlusserklärung zurück
Unterdessen meint die US-Delegation den Schuldigen für das Scheitern des Gipfels ausgemacht zu haben: Gastgeber Kanada. Wer auch immer den Absprachen der G7 den Rücken kehre, zeige "Widersprüchlichkeit und Zusammenhanglosigkeit".

Vince Vaughn nach Alkoholkontrolle festgenommen
Wegen des Verdachts der Trunkenheit am Steuer musste er auf die Wache, wo ein Blutalkoholtest gemacht wurde. Einige Stunden später konnte der Schauspieler nach Angaben von CNN das Gefängnis wieder verlassen.

Vollgeld-Initiative: Schweizer lehnen revolutionären Wechsel ab
Knapp 54 Prozent der Befragten sprachen sich gegen eine finanzielle Beteiligung des Kantons in Millionenhöhe aus. Nach Ansicht der Schweizer Regierung wird mit der neuen Regelung das Gesetz an das digitale Zeitalter angepasst.

Mindestlohn: Hubertus Heil rechnet mit Erhöhung
Politiker der Linken, Grünen und aus der SPD haben die derzeitige Höhe des Mindestlohns wiederholt als viel zu niedrig bezeichnet. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (45, SPD) und der DGB gehen von einer Erhöhung des Mindestlohns aus.

Other news