USA machen Kanada für beispielloses G7-Debakel verantwortlich

Donald Trump der Trotzkopf Am 9. Juni 2018 wird der US-Präsident von Emmanuel Macron Angela Merkel Shinzo Abe und Beratern beim G7 Gipfel in Kanada umringt. Das

Und: "Ich habe eine gute Beziehung mit Angela Merkel".

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat US-Präsident Donald Trump nach dem G7-Eklat mit einer entschiedenen Reaktion auf dessen Alleingänge gedroht. "Die Rücknahme per Tweet ist natürlich ernüchternd und auch ein Stück deprimierend", sagte Merkel am Sonntagabend in der ARD-Talksendung "Anne Will". "Die Stimmung war aber gut, wir haben uns unterhalten und gelacht", sagte der US-Präsident. Trump ging sogar so weit, den westlichen Industrienationen eine totale Handelsblockade anzudrohen, sollten diese nicht umgehend als ungerecht empfundene Hemmnisse etwa für die US-Landwirtschaft abbauen.

Stuttgart - Im Streit um die Abschlusserklärung des G7-Gipfels hat das Weiße Haus dem kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau Heimtücke vorgeworfen. "Aufgrund von Justins falschen Aussagen in seiner Pressekonferenz und der Tatsache, dass Kanada unsere Farmer, Arbeiter und Unternehmen mit massiven Zöllen belastet, habe ich unsere US-Vertreter angewiesen, das Kommuniqué nicht zu unterstützen". Zwei Tage später legt der US-Präsident noch einmal nach.

Sie sei weiterhin der Ansicht, dass Trump in "vielen Fragen "die Prinzipien und Werte der G7-Staaten teile". Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) machte am Montag deutlich, dass er nach wie vor die Tür zu einer Verhandlungslösung nicht zuschlagen wolle. Das wäre gut, sagte Merkel, doch Trumps eigenes Handeln passe nicht zu dieser Idee. Das haben wir schon beim Klimaabkommen erlebt sowie beim Atomabkommen mit dem Iran. "Kanadier sind freundlich und vernünftig, aber wir lassen uns nicht herumstoßen", hatte Gipfel-Gastgeber Trudeau erklärt und angekündigt, sein Land werde sich mit Vergeltungszöllen zur Wehr setzen. "Wir lassen uns nicht eins ums andere Mal da irgendwie über den Tisch ziehen". "Das heißt aber nicht, dass ich mit allem einverstanden bin, was sie tun", fügte er vor allem mit Blick auf den Handelsstreit hinzu.

Donald Trump der Trotzkopf Am 9. Juni 2018 wird der US-Präsident von Emmanuel Macron Angela Merkel Shinzo Abe und Beratern beim G7 Gipfel in Kanada umringt. Das

Und das, sagte Navarro, obwohl Trump die Freundlichkeit besessen habe, zum G7-Gipfel zu reisen, wo er doch Wichtigeres zu tun gehabt habe. Dafür seien "umfangreiche Verhandlungen" erforderlich.

US-Außenminister Mike Pompeo lobte die diplomatische Leistung der europäischen Partner beim Zustandekommen des Gipfeltreffens zwischen Trump und Kim Jong Un.

Jenseits der PR-Schlachten um die Deutungshoheit für das Gipfel-Debakel wird nun die Frage immer drängender, wie Europa mit einem völlig unberechenbaren US-Präsidenten umgehen soll. Die Kanzlerin pochte darauf, dass es vor einem solchen Schritt seitens Moskau Zugeständnisse zur Lösung des Ukraine-Konflikts geben müsse.

Dass Trump am zweiten Tag verspätet in das Arbeitsfrühstück zum Thema Geschlechtergerechtigkeit hineinplatzte, dürfte die Teilnehmer kaum noch überrascht haben. Man müsse dafür sorgen, dass es in der Zusammenarbeit nur einen Gewinner gebe, sondern "win-win-Situationen". "Deutschland zahlt ein Prozent des Bruttoinlandsproduktes (langsam) in Richtung NATO, während wir vier Prozent von einer weit größeren Wirtschaftsleitung zahlen", schrieb Trump von Singapur aus auf Twitter. "Glaubt denn irgendjemand, dass das Sinn hat?" Die dunkelste Wolke sei der Verlust an Vertrauen, den die Politik der USA verursachten, "die Art, wie sie Beziehungen missachten, wie sie Handel treiben und wie sie internationale Organisationen behandeln". "Dann wird Europa zerrieben werden in einer Welt, in der ganz starke Pole da sind: China, Russland, Amerika", sagte Merkel: "Und da muss Europa so ein starker und sich in Loyalität verbundener Pol werden".

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