HPV: STIKO empfiehlt Impfung auch für Jungen

HPV-Impfung jetzt auch für Jungen

"Ich habe immer plakativ gesagt: Würden wir nur die Jungs impfen, würden wir wahrscheinlich mehr Fälle von Gebärmutterhalskrebs verhüten als mit der ausschließlichen Impfung der Mädchen", so zur Hausen.

Harald zur Hausen: "Das wurde höchste Zeit!"

Das Gremium werde sich daher auf seiner Sitzung am 21. Juni zu der HPV-Impfung für Jungen beraten.

"Ohne eine Impfung der Jungen können wir nie eine sogenannte Herdenimmunität erreichen", betont zur Hausen.

In der vergangenen Woche hat die STIKO die Empfehlung ausgesprochen, alle Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren gegen HPV zu impfen. Das offensichtlichste Argument sei, dass in nahezu allen Kulturen die jungen Männer mehr Sexualpartner haben als Frauen der gleichen Altersgruppe. Damit seien Männer die wichtigsten Verbreiter der Infektion. Männer seien aber eben nicht nur die Überträger, sondern auch die Opfer der Viren.

Im Anschluss prüft der Gemeinsame Bundesausschuss binnen drei Monaten die Kostenübernahme seitens der Kasse
Im Anschluss prüft der Gemeinsame Bundesausschuss binnen drei Monaten die Kostenübernahme seitens der Kasse

Der 82-jährige Krebsforscher hatte einst herausgefunden, dass humane Papillomviren Gebärmutterhalskrebs auslösen und dafür 2008 den Nobelpreis für Medizin erhalten. HPV kann nämlich auch Penis- und Analkrebs sowie Krebs im Mund- und Rachenraum verursachen und wird bei Kontakt mit den entsprechenden Hautstellen von einem Menschen zum nächsten übertragen.

Die Impfung gegen HPV ist darum eine echte Krebsprävention.

Bislang galt die Impfempfehlung jedoch nur für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren (Nachholimpfung bis 18 Jahre). Mit der Folge, dass die Mädchen dann angesteckt werden. Die Impfung nimmt bei den Jungen in der Regel der Hausarzt oder ein Kinder- und Jugendarzt vor. "Angesichts der in Deutschland skandalös niedrigen HPV-Impfrate von Mädchen, die gerade mal bei 40 Prozent liegt, sind wir meilenweite von einem solchen Gemeinschaftsschutz entfernt", sagte er. Die Empfehlung gilt formal erst ab Veröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin.

Voraussichtlich Anfang 2019 wird der rechtswirksame Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vorliegen und die HPV-Impfung für Jungen in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. Einige Krankenkassen, wie beispielsweise die TK, haben schon jetzt reagiert und übernehmen freiwillig die Kosten für die Impfung.

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