Namensstreit beigelegt: Griechenland verkündet Kompromiss

Der griechische Außenminister Nikos Kotzias und dessen Amtskollege von der Ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien Nikola Dimitrov

Wichtigster Punkt der Vereinbarung zur Beilegung des Streits ist nach den Worten von Tsipras, dass der nördliche Nachbar Griechenlands seine Verfassung ändert und den Namen Mazedonien "mit einer zusätzlichen geografischen Bezeichnung" annimmt.

Nach mehr als einem Vierteljahrhundert haben die Regierungen Griechenlands und Mazedoniens ihren Namensstreit beigelegt. Griechenland lehnt den Staatsnamen Mazedonien ab, weil seine im Norden liegende Provinz ebenfalls so heißt. In einer ersten Reaktion sprach Oppositionschef Hristijan Mickoski von der nationalistischen VMRO-DPMNE von "Kapitulation" und "schwerem Exhibitionismus auf Kosten des Volkes".

Othmar Karas, ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, ließ über einen Sprecher wissen: "Das ist eine historische Einigung, die viele zeitweise nicht mehr für möglich gehalten hatten". Wegen des Streits mit Skopje hatte Athen Mazedoniens Bestrebungen blockiert, der EU und der Nato beizutreten.

"Unsere Nachbarn werden den Namen Republik Nord Mazedonien (slawisch: Severna Makedonija) haben", sagte Tsipras am Dienstag in einer Ansprache, die das griechische Staatsfernsehen übertrug. Damals war Mazedonien der einzige Teil Jugoslawiens, der ohne Krieg gegen Serbien aus dem Staatsverband ausscherte.

EU-Ratspräsident Donald Tusk begrüßte die Einigung.

Die griechische Seite wollte hingegen nicht akzeptieren, dass der nördliche Nachbarstaat, der 1991 im Zuge des Zerfalls von Jugoslawien entstanden war, sich wie die gleichnamige Region in Griechenland als "Mazedonien" bezeichnet.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg lobte den Kompromiss ebenfalls. Ein entscheidendes Hindernis für die Annäherung Skopjes an die EU und Nato sei damit aus dem Weg geräumt.

Tsipras und Zaev hatten sich in den vergangenen Monaten in dem Konflikt einander angenähert; beide sahen sich massivem Widerstand in ihren Ländern gegenüber. Bislang trägt das Land offiziell den sperrigen Namen "Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien" (Fyrom), womit die Mazedonen nicht zufrieden waren. Athen bestand ursprünglich darauf, dass der zusammengesetzte Namen umfassend angewendet wird, was die sperrige Sprachbezeichnung Nord-Mazedonisch bedingt hätte.

"Skopje und Athen haben heute Geschichte geschrieben", erklärte der deutsche Außenminister Heiko Maas. Mogherini und EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn setzen nun darauf, dass der EU-Gipfel Ende Juni den Weg zur Eröffnung von Beitrittsverhandlungen freimacht.

Related:

Comments

Latest news

Geiselnehmer in Paris festgenommen
Die Zeitung "Le Parisien" und der Radiosender France Bleu sprachen sogar von drei Geiseln, darunter eine Schwangere. Ein bewaffneter Mann hatte laut Sicherheitskräften im zehnten Stadtbezirk Menschen in seine Gewalt gebracht.

Nigeria: Mann begräbt Vater mit neuem BMW als Sarg
Statt in einem Sarg wurde der Tote in einem komplett neuen BMW zu Grabe getragen - oder in diesem Fall besser: gerollt. Zuvor hatten Angehörige ein entsprechend großes Loch in direkter Nähe zum Heimatort des Verstorbenen ausgehoben.

Tesla-Chef entlässt über 4000 Mitarbeiter - Wirtschaft
Die Tesla-Aktie stieg am Dienstag nach einem optimistischen Analystenkommentar und nachdem Musks Jobstreichungen bekannt wurden. Sie sollen mit der nächsten neuen Version 9.0 von "Autopilot" aktiviert werden, schrieb Musk am späten Sonntag auf Twitter .

Die Toten Hosen sagen Auftritt am Nova Rock ab
Vorige Woche erlitt Campino (55) beim Berlin-Konzert der Toten Hosen einen Hörsturz - zwei Konzerte mussten bereits ausfallen. Auch für die Berliner Fans gibt es jetzt einen Termin für das ausgefallene zweite Konzert in der Waldbühne.

Glücksspiele machen süchtig, oder?
Es ist oft der Fall, dass die Gewalterfahrungen oder der Verlust von Verwandten diese Krankheit hervorrufen können. Unter anderen Ursachen, die Spielsucht erzeugen, sind auch unsere Erlebnisse und Emotionen zu unterstreichen.

Other news