US-Zinsen erneut angehoben: Höchstes Niveau seit Finanzkrise

Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main

Zum siebten Mal seit dem Ende der jüngsten Rezession hat die US-Notenbank ihren Leitzins angehoben. Zudem ziehen die Preise an und nähern sich der von der Fed angepeilten Marke von zwei Prozent. Eine Zwei vor dem Komma hatte es zuletzt vor dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise im Herbst 2008 gegeben.

Die US-Notenbank hat nach ihrer Zinserhöhung weitere Anhebungen in Aussicht gestellt.

Die US-Notenbank hat den Auftrag, mit ihrer Geldpolitik die Beschäftigung zu fördern und das Preisniveau stabil zu halten. Mit der Leitzinserhöhung steigt der Preis für Geld, das Banken sich über Nacht gegenseitig leihen. Doch dadurch werden tendenziell auch Kredite für Unternehmen und Verbraucher teurer. Zinssteigerungen sind das Instrument der Notenbanken, um die Preissteigerung im Zaum zu halten. Ökonomen hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Steuersenkungen und höhere Staatsausgaben sorgen in den USA für eine steigende Nachfrage, sodass die Arbeitslosigkeit im Mai auf ein 18-Jahrestief von 3,8 Prozent gefallen ist. Nach aktuellen Prognosen der Fed wird das Bruttoinlandsprodukt der USA im laufenden Jahr um 2,8 Prozent zulegen. Für 2019 erwartet die Notenbank 2,4 Prozent Wachstum, für 2020 nur noch zwei Prozent. Die Fed geht also nicht davon aus, dass die Steuerreform der US-Regierung die Wirtschaft mittelfristig stark anfeuern wird. Um die Investoren auf den zunehmend strafferen Kurs vorzubereiten, strich die Fed eine Passage aus ihrem Text. Sofern sich nichts gravierend ändert bei den volkswirtschaftlichen Daten, will die Notenbank die Leitzinsen 2018 nun noch zweimal erhöhen. Wie aus neuen Zinsprognosen der Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses hervorgeht, werden in diesem Jahr insgesamt vier Zinsanhebungen erwartet. Sonst hätten sie sich nicht für zwei Schritte entschieden. Laut Fed dürfte sie 2018 und 2019 bei 2,1 Prozent liegen, leicht über dem Ziel-Wert. Er steigt damit auf das Niveau zwischen 1,75 und 2,0 Prozent - das höchste seit zehn Jahren. Doch diesmal sind die Durchschnittslöhne bislang nur sehr langsam gestiegen. Auch Trumps Handelspolitik spielt eine Rolle für die Notenbank. Powell hat offene Kritik an der Regierung bislang vermieden.

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