Zentralbanken Zinsen USA:US-Notenbank erhöht Leitzins erneut

Höchstes Niveau seit Finanzkrise: US-Notenbank hebt Leitzins an

Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat die US-Notenbank Federal Reserve den Leitzins moderat erhöht. Sie reagieren damit auf den anhaltenden Wirtschaftsaufschwung in den USA, der durch die radikale Steuerreform von Präsident Donald Trump zusätzlich befeuert werden könnte.

Die US-Notenbanker dürften die wirtschaftliche Lage diesmal wohl noch etwas positiver einschätzen als beim letzten Zinsentscheid Anfang Mai, heißt es in einem Ausblick der Dekabank. Hinzu kommt die Absage der Trump- Administration an offene Märkte mit neuen Zöllen, die sich in steigenden Importpreisen niederschlagen. Die neuen Projektionen wurden am Mittwoch im Anschluss an die Zinsentscheidung der Fed veröffentlicht. Die Handelspolitik sei nicht Sache der Notenbank. "Derzeit sehen wir davon aber überhaupt nichts in den Daten".

An den Finanzmärkten war fest mit der heutigen Entscheidung gerechnet worden. Die Reaktionen der Anleger fielen denn auch verhalten aus. An der Wall Street gaben die Kurse leicht nach. Am Devisenmarkt stärkte die Fed den US-Dollar gegenüber dem Euro.

Mit der Leitzinserhöhung steigen zunächst die Kosten für Geld, das Banken sich über Nacht untereinander leihen.

Seit die Fed Ende 2015 begann, ihre im Zuge der Finanzkrise massiv gelockerte Geldpolitik zu normalisieren, wurde das Zinsniveau nun schon siebenmal um je 0,25 Prozentpunkte erhöht - zuletzt im März. Doch dadurch werden tendenziell auch Kredite für Unternehmen und Verbraucher teurer. "Die Entscheidung von heute ist ein Zeichen für den robusten Zustand der US-Wirtschaft", sagte Fed-Chef Jerome Powell auf einer Pressekonferenz. So kann die Notenbank die brummende Konjunktur bremsen und einer möglicherweise drohenden Überhitzung der Wirtschaft entgegenwirken. Am Leitzins, der auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent liegt, dürfte die Europäische Zentralbank nicht rütteln.

Zugleich muss die Notenbank zunehmend aufpassen, dass die Teuerung nicht aus dem Ruder läuft. Die Fed strebt eigentlich eine Rate von zwei Prozent an, verwendet aber einen um stark im Preis schwankende Güter bereinigten Index. Die Inflation, die nach der Rezession 2008 lange Zeit schleppend verlief, hat sich in den vergangenen Monaten belebt und jetzt endlich das Fed-Ziel von 2 Prozent erreicht. Höhere Zinsen sind ein Mittel, mit dem Preisauftrieb gedämpft werden kann.

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