Aktien Frankfurt: Anleger reagieren erleichtert auf umsichtige Zentralbank-Pläne

Im Schriftzug'DAX spiegelt sich die große Anzeigetafel mit dem bis dahin erreichten Kursverlauf im Handelssaal der Börse in Frankfurt

"Das war überraschend und vom Markt nicht erwartet", sagte Garland Hansmann, Portfolio-Manager von INVESTEC. Der Euro Stoxx 50 stieg um 1,5 Prozent auf 3.532,57 Zähler.

Mit der geplanten Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe ab Oktober auf 15 Milliarden Euro und dem Ende der Käufe ab Januar steigt die Europäische Zentralbank schrittweise aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik aus. Das hatte die Börsen auch in Europa zunächst leicht belastet, denn steigende Zinsen schmälern die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren. Er war zuvor jedoch zwei Tage in Folge auf ein Rekordhoch geklettert. Versorger gelten angesichts einer vergleichsweise hohen Verschuldung und hoher Investitionen als besonders zinsabhängig, sie profitieren tendenziell von niedrigen Zinsen.

Die Anteile von Thyssenkrupp stiegen um 1,7 Prozent.

Für die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank ging es im Dax hingegen um 1,71 Prozent beziehungsweise 4,18 Prozent abwärts. Die Aktien von Gerry Weber brachen um 7,2 Prozent ein und sackten zeitweise auf den tiefsten Stand seit September 2005. Der Flugzeughersteller hat am Donnerstag im Werk Hamburg-Finkenwerder eine vierte Produktionslinie für Flugzeuge der A320-Familie offiziell in Betrieb genommen.

Ansonsten interessierten eher kleinere Werte. Die im März aus dem SDax gefallenen Papiere büßten am Ende noch 5,3 Prozent ein. Der Pariser CAC-40 legte ähnlich stark zu, der Londoner FTSE 100 blieb dagegen mit einem Plus von 0,81 Prozent etwas zurück. An der Wall Street notierte der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss fast 1 Prozent im Minus. Der Bund-Future sprang um 0,43 Prozent auf 160,48 Punkte nach oben.

Auch den Euro-Kurs dürften die Anleger im Blick haben, denn trotz der Signale der Fed kletterte er wieder über die Marke von 1,18 US-Dollar. Der geldpolitische Rat stimmte für eine Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus und des Anleihenkaufprogramms, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) am Vortag das Ende ihrer Maßnahmen zum Jahresende 2018 angekündigt hatte.

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