US-Zölle gegen China - China droht den USA mit Vergeltungsmassnahmen

Mike Pompeo und Wang Yi reichen sich die Hand

Die Organisation rief die USA und ihre Handelspartner zu konstruktiver Zusammenarbeit auf.

US-Agrarprodukte, Fisch und Automobile im Wert von rund 34 Milliarden Dollar werden am 6. Juli eingeführt, weitere 16 Milliarden Dollar an Produkten, die zu einem späteren Zeitpunkt dem Zoll von 25 Prozent unterliegen, berichtete Xinhua unter Berufung auf die Tarifkommission des Staatsrates.

Noch sei allerdings unklar, ab wann die Zölle in Kraft treten sollen. Man werde "umgehend reagieren und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um unsere legitimen Rechte und Interessen entschlossen zu schützen", sagte Geng Shuang, ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums, am Freitag.

Trump drohte China mit über die bislang geplanten Strafzölle hinausgehenden Maßnahmen, sollte Peking Gegenzölle erheben.

Noch am Donnerstag hatte China das Weisse Haus vor Strafzöllen gewarnt. Peking wolle keinen Handelskrieg, müsse sich aber zur Wehr setzen, hieß es in einer Erklärung des chinesischen Handelsministeriums. Das gab Trump am Freitag bekannt.

Damit reagiert die Regierung in Peking auf die zuvor von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle am Freitag. Etwaige Wirtschafts- und Handelsabkommen, über die beide Regierungen verhandelt haben, würden in diesem Fall nicht zustande kommen.

Nicht nur wirtschaftlich, auch politisch sind die USA auf China angewiesen.

"China ist nicht bereit, einen Handelskrieg zu führen", erklärte das Handelsministerium. Sollten die USA aber Massnahmen wie Strafzölle umsetzen, seien der bisher erreichte Verhandlungsstand hinfällig. Trump sprach von Waren mit "industriell bedeutsamen Technologien", darunter Produkte aus Bereichen, welche die chinesische Führung in ihrer Industriestrategie "Made in China 2025" definiert hat. Die Maßnahme würde nicht nur die beiden größten, sondern auch viele weitere Volkswirtschaften belasten.

Die aggressive Handelspolitik sowie die umfangreichen Steuersenkungen von US-Präsident Trump stellen laut Internationalem Währungsfonds (IWF) ein Risiko für die Weltwirtschaft dar.

Die drohenden Zölle waren noch am Donnerstag in Peking Thema bei einem Treffen von US-Außenminister Mike Pompeo mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi. Wang Yi äußerte gleichwohl die Hoffnung, dass Washington "nicht weitere Hindernisse schafft". Auch die deutsche Wirtschaft fürchtet, von US-Strafzöllen gegen chinesische Produkte empfindlich getroffen zu werden.

Im April hatte die US-Regierung eine erste Liste mit 1300 chinesischen Produkten im Wert von 50 Milliarden Dollar veröffentlicht, die mit Zöllen belegt werden sollen.

Am Freitag will Trump nach früheren Informationen aus Regierungskreisen eine überarbeitete Liste der betroffenen Waren vorlegen.

Bereits seit dem 23. März in Kraft sind US-Zölle von 25% bzw.

Auch in anderen staatlichen Medien des Landes wurde Kritik an dem Vorgehen der USA geübt.

Um die eigene Industrie zu stärken, schottet China seinen Binnenmarkt vor ausländischen Firmen ab.

Das Handelsdefizit der USA mit China ist Trump seit langem ein Dorn im Auge. In den vergangenen Jahren ist der chinesische Hunger auf Hummer aus den USA rasant gewachsen - Verkäufe in die Volksrepublik gelten als ein wichtiger Treiber der Branche. Betroffen sind Importprodukte im Wert von 50 Milliarden Dollar (42 Milliarden Euro), erklärte Trump. Er hatte schon im Wahlkampf angekündigt, es deutlich reduzieren zu wollen.

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