Wirtschaft, Handel & Finanzen: ROUNDUP: Gewerkschaften und Verbände fordern mehr Soziale Marktwirtschaft

Angela Merkel beim 70. Jahrestag der Wirtschafts und Währungsreform

"Die Soziale Marktwirtschaft wird in Zukunft ihre Akzeptanz nur dann behalten, wenn wir mehr an die denken, die mit ihren Steuern und Abgaben den Sozialstaat finanzieren und damit überhaupt erst möglich machen", erklärte Linnemann. Bei der künstlichen Intelligenz zum Beispiel sei Deutschland nicht an der "Spitze der Bewegung".

Merkel würdigte die Soziale Marktwirtschaft indes als "das Fundament des wirtschaftlichen Erfolgs unseres Landes". Die Wettbewerbsbedingungen hätten sich aber durch die Globalisierung verschärft. "Die soziale Marktwirtschaft ist das große Glück der Nachkriegsordnung".

Jahrestag der Wirtschafts- und Währungsreform haben Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände kritisiert, die soziale Marktwirtschaft halte ihr Wohlfahrtsversprechen nicht mehr. Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), forderte einen grundlegenden Kurswechsel. "Sie hat uns ermöglicht, Wirtschaftswachstum mit sozialem Frieden zu verbinden", sagte der CDU-Politiker.

Die Bundeskanzlerin kritisierte auch, dass vor allem in der digitalen Wirtschaft immer weniger Unternehmen tarifgebunden seien. Sowohl Altmaier als auch Merkel betonten die Herausforderung, die durch die Digitalisierung entstanden sei. "Ich sehe erheblichen Reformbedarf", sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Er glaube, dass die soziale Marktwirtschaft in jeder Generation mindestens ein Mal neu verteidigt werden müsse. In vielen Bereichen hätten amerikanische und asiatische Firmen die Nase vorne. "Aber die Politik nimmt aus Sicht vieler verunsicherter Menschen ihre Anliegen nicht mehr ernsthaft auf", sagte Hoffmann. "Die Soziale Marktwirtschaft hat als soziale abgewirtschaftet", sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider der Deutschen Presse-Agentur. Die geplanten Reformen in der EU müssten beherzt angegangen werden.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer nannte die soziale Marktwirtschaft eine Erfolgsgeschichte.

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