Neuregelung von Platzvergabe - Wartezeit für Medizinstudium wird abgeschafft

Studenten der Human und Zahnmedizin hören im historischen Hörsaal am Institut für Anatomie der Universität Leipzig eine Vorlesung zu Neuroanatomie

Ausschlaggebend sollen weiterhin die Abiturnoten sein. Weiterhin gehen 20 Prozent der Studienplätze in der Humanmedizin an die Bewerber mit den besten Abiturnoten. Mindestens 20 Prozent der Studienplätze sollen an die Abiturbesten vergeben werden, heißt es in einer Mitteilung der KMK vom Freitag.

Medizinstudienplätze werden künftig nach einem neuen Verfahren vergeben: Die Eckpunkte beschlossen die Kultusminister der Länder am Freitag in Erfurt. Das entfällt künftig. Die restlichen 60 Prozent der Studenten werden bislang nach unterschiedlichen Kriterien von den Hochschulen selbst ausgesucht. Die Abiturnote ist auch dabei maßgeblich.

Dieses Auswahlverfahren der Hochschulen soll auch im neu zu schließenden Staatsvertrag nicht grundsätzlich geändert werden. Daneben will die Kultusministerkonferenz noch zwei weitere Kriterien für die Vergabe von Medizin-Studienplätzen festlegen.

Um den Langzeitwartenden gerecht zu werden, soll geprüft werden, ob die in der Wartezeit erworbenen Qualifikationen berücksichtigt werden können.

Nach Angaben von Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank soll es eine "Talentquote" geben für besonders geeignete Anwärter mit weniger gutem Abiturschnitt. Die Kultusminister reagieren mit ihrem Beschluss auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem vergangen Jahr. Karlsruhe hatte damals entschieden, dass das Verfahren zur Vergabe von Medizinstudienplätzen teils verfassungswidrig ist und bis Ende 2019 neu geregelt werden muss. Die Karlsruher Richter störten sich dabei nicht grundsätzlich an der hohen Bedeutung der Abiturnote.

Konkret bedeutet das: Wer heute mit dem Gedanken spielt, in den nächsten Jahren Medizin zu studieren, muss die nächsten Monate in Ungewissheit leben. Dafür soll laut KMK zunächst ein Ausgleichsmechanismus greifen - solange, bis die Vergleichbarkeit auf politischem Weg hergestellt wurde.

Die Zahl der Bewerber für ein Medizinstudium ist stark gestiegen.

Diese Nachricht wurde am 15.06.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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