Nach acht Jahren - Ende der Griechenland-Rettung: Letztes Paket steht

Parlament in Athen

Ist es wirklich bald geschafft?

Griechenlands Finanzminister Euklid Tsakalotos zeigte sich zufrieden: "Es hat ein bisschen länger gedauert als erwartet, aber es ist sehr gut ausgegangen", sagte er. Ab 21. August kann Athen wieder sein eigener Herr sein. Darauf einigten sich Deutschland und die übrigen Europartner am frühen Freitagmorgen in Luxemburg mit der griechischen Regierung.

Griechenland erhielt von den Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) seit 2010 fast 274 Milliarden Euro an Krediten zugesagt und größtenteils auch ausgezahlt. Die Kredite wurden auf die Schnelle direkt von den Mitgliedstaaten der Eurozone vergeben. Mehrfach kam es in den vergangenen acht Jahren zu Regierungswechseln und Neuwahlen. Griechenland stand einmal mehr ganz oben au der Tagesordnung der Finanzminister - nicht nur weil die turnusgemäße Überprüfung der Reformpolitik anstand, sondern vor allem weil dies die letzte im Rahmen des laufenden Programms war und geklärt werden musste, wie es nach dem offiziellen Ende am 20. August weiter geht. Bisher flossen knapp 50 Milliarden Euro.

Deutschland, Zahlmeister Europas? Der Eindruck wird gerne erweckt, aber in Sachen Griechenlandhilfe hat der Bundeshaushalt auch massiv profitiert. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Allen voran Scholz dringt darauf, die Schuldenerleichterungen so gering wie möglich zu halten. Hinzu kommen Zinsgewinne aus einem Darlehen der Förderbank KfW. Rentenkürzungen, Lohnkürzungen, Steuererhöhungen, Umbau der Verwaltung - Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit gepaart mit Ausgabenkürzungen brachten viele Griechen in Not und das politische System in Athen ins Wanken.

Ein zufriedener Premier Alexis Tsipras verlässt in Begleitung seiner Gehilfin Ioanna Peppe den Präsidentenpalast in Athen.

Zugleich hat die EU-Kommission mit den griechischen Behörden Unterstützung bei der Umsetzung der weiteren Reformen vereinbart.

"Die Griechenland-Krise endet hier", sagte EU-Währungskommissar Pierre Moscovici. Ein Haushaltsüberschuss von 0,8 Prozent, ohne Schuldendienst sogar 4,2 Prozent. "Griechenland hat einen langen Weg zurückgelegt", weiß Moscovici. Aber: "Sind alle Probleme des Landes gelöst?" Die straffen Sparvorgaben haben die Finanzen vieler griechischer Bürger belastet und für einen tiefen Graben zwischen Athen und vielen EU-Staaten gesorgt. Doch ist immer noch jeder Fünfte arbeitslos, und die staatliche Verschuldung liegt bei etwa 180 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Griechenland soll ein letztes Hilfspaket bekommen und ab August finanziell wieder eigenständig sein. Dadurch wird das Land beim Schuldendienst entlastet.

Als letzte Auszahlung bekommt Griechenland 15 Milliarden Euro. Dem Internationalen Währungsfonds gehen die Zugeständnisse nicht weit genug. Der Kompromiss sieht vor, Griechenland um zehn Jahre verlängerte Laufzeiten für die Kreditrückzahlungen zu gewähren, wie Eurogruppenpräsident Mário Centeno sagte. Dazu war unter anderem Deutschland nicht bereit.

Anders als ursprünglich geplant und dem Deutschen Bundestag zugesichert, beteiligt sich der Internationale Währungsfonds (IWF) an dem letzten Programm nicht finanziell. "Das ist schade", sagte ein hoher EU-Beamter dieser Tage. Man tröstet sich damit, dass der IWF als harter Buchprüfer das Programm mit zum Erfolg geführt habe.

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