US-Tochter in Schwierigkeiten: Deutsche Bank fällt bei Fed-Stresstest durch

US-Tochter in Schwierigkeiten: Deutsche Bank fällt bei Fed-Stresstest durch

Das könnte für die Deutsche Bank die unangenehme Folge haben, dass der US-Ableger nicht wie erhofft Geld an die Konzernmutter ausschütten kann.

Die US-Banken werden seit 2013 einer umfassenden Analyse (CCAR - Comprehensive Capital Analysis and Review) der Aufseher unterzogen, sie hatten entsprechend schon mehrere Jahre Zeit, sich auf die Anforderungen der Fed einzustellen.

Insgesamt 35 Banken prüfte die US-Notenbank in diesem Jahr bei ihrem zweiteiligen Stresstest.

Als auch noch der US-Ratingriese Standard & Poor's den Daumen senkte, sah sich der erst seit April amtierende Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing gezwungen, die Finanzstärke des Instituts zu betonen. Die Kapitalpläne wurden daher nicht genehmigt. Beim zweiten Teil der Prüfung ging es vor allem um interne Kontrol. Unter dem Strich sei es zweifelhaft, dass die Deutsche Bank ihren Kapitalbedarf korrekt einschätzen und planen kann, heißt es in dem Bericht der Fed weiter. Dollar für rund sieben Prozent der Bilanzsumme des gesamten Deutsche-Bank-Konzerns und 28 Prozent aller Geschäftseinheiten der Deutschen Bank in den USA. Anders bekommen die Deutschen den Ruf einer "Problembank" in den USA auch nicht in den Griff. Nach Einschätzung der Aufseher sind die größten Geldhäuser in den Vereinigten Staaten im Großen und Ganzen krisenfest aufgestellt, so dass die Kreditvergabe im Falle eines Finanzmarkt-Crashs nicht abrupt ins Stocken geriete. 170 Mrd. Dollar für Investoren Die Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley erhielten von der Fed grünes Licht für ihre nach der ersten Testrunde nach unten angepassten Pläne für Dividenden und Aktienrückkäufe, obwohl sie in der zweiten Testrunde an einigen Stellen erneut unter den Mindestkapitalanforderungen blieben. Auslandsbanken dürfen unter Umständen dann kein Kapital an ihre Mutterkonzerne auszahlen. Im Fed-Zeugnis ist die Rede von "weit verbreiteten und wesentlichen Unzulänglichkeiten" bei der Kapitalplanung. Für Banken ist das Urteil der Fed wichtig, weil davon für US-Institute geplante Dividenden und Aktienrückkäufe abhängen, und für Töchter ausländischer Banken Gewinnausschüttungen an die Konzernmütter.

Die Deutsche Bank erklärte, in dem jüngsten US-Stresstest sei der Kapitalplan der Tochter DB USA nicht "auf quantitativer Basis", sondern aus "qualitativen Gründen" abgelehnt worden. Weil es ungelöste Probleme beim Risikomanagement gebe, bei Kontrollen und damit bei Vorhersagen zum Geschäftsverlauf. Das Institut hatte bereits 2015 und 2016 die Latte gerissen. Hier habe man aber bereits Fortschritte erzielt, so die Bank. "Hierauf aufbauend wird sie ihre Anstrengungen fortsetzen und dabei weiterhin konstruktiv mit den Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten, um ihren eigenen und den Erwartungen der Regulatoren gerecht werden".

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