Wirtschaft, Handel & Finanzen: Eurozone: Inflation steigt auf zwei Prozent - Kerninflation fällt

Die Verbraucherpreise in der Euro-Zone sind im Juni über die von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebte Marke von knapp zwei Prozent gesprungen.

Petrol pumps of a petrol station are seen in Dortmund, Germany January 22, 2016.

Die Inflation in den Ländern der Eurozone ist im Juni insgesamt leicht gestiegen. Im Mai waren die Lebenshaltungskosten um 1,9 Prozent gestiegen.

Hinter der jüngsten Entwicklung stehen die Preise für Energie, die im Berichtsmonat um satte 8% höher lagen als ein Jahr zuvor. Auch die Kosten für Lebensmittel, Alkohol und Tabak stiegen mit 2,8 Prozent überdurchschnittlich. Sie betrachtet diese Zielmarke als ideal für die Wirtschaft. Die sogenannte Kernrate sank von 1,1 auf 1,0 Prozent. Ein Wert von 2,0 Prozent wurde zuletzt im Februar 2017 erreicht. Obwohl sie nun punktuell nahe am Ziel ist, dürfte sich "die Freude in der Notenbank in Grenzen halten", äußerte Ökonom Christoph Weil von der Commerzbank. Im Gegensatz zu dieser Gesamtinflation fiel die Teuerung zurück, wenn man schwankungsanfällige Bereiche herausrechnet. "EZB-Chef Mario Draghi übt sich deshalb in Geduld". In Anbetracht der schleppenden Entwicklung der Kerninflation sei dies wohl auch notwendig, da sich in den kommenden Monaten daran wohl nichts ändern werde. Sie hat in der Vergangenheit regelmäßig auf die schwache Kernrate verwiesen und damit ihre extrem lockere Geldpolitik begründet.

Die EZB hat über den Kauf von Wertpapieren weit mehr als zwei Billionen Euro ins Finanzsystem geschleust, um die Inflation anzuheizen. Gleichzeitig will sie für günstige Finanzierungsbedingungen sorgen, um die Wirtschaft anzuschieben.

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