Drohender Handelskrieg - Trump setzt neue Zölle gegen China in Kraft

US-Präsident Donald Trump hat für Freitag Zölle auf Güter aus der Volksrepublik im Wert von 34 Milliarden Dollar angekündigt. Quelle Reuters

Die Führung in Peking kritisierte die Einführung massiver Strafzölle seitens der USA scharf: Washington beginne damit den "größten Handelskrieg der Wirtschaftsgeschichte".

Die Denkfabrik Brookings Institution hatte bereits im April, als China mit den ersten Vergeltungsmassnahmen gedroht hatte, jene Sektoren in den Vereinigten Staaten unter die Lupe genommen, die von chinesischen Zöllen betroffen wären.

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Bleiben Sie über Wirtschaftsthemen informiert Wenn Sie die Benachrichtigungen des Wirtschaftskanals abonnieren, bleiben Sie stets top informiert über die Entwicklungen der Business-Welt. Tippen Sie rechts oben auf die drei Streifen, dann auf das Zahnrad. Die Importzölle auf 545 US-Produkte mit einem Wert von 34 Milliarden Dollar seien in Kraft getreten, meldete die auf Englisch erscheinende staatliche Zeitung "China Daily" am Freitag.

Die US-Sonderzölle gelten seit dem heutigen Freitag. Das trifft die chinesische Wirtschaft mitten ins Herz: Die Zölle richten sich auf Tech-Produkte wie Kopierer, Drucker oder Batterien. Trump begründet die Zölle unter anderem mit Technologiediebstahl. Chinas Regierung will mit einem Gegenangriff reagieren. Was das genau bedeutet, ist noch unklar. Für die USA wäre das verheerend. Obst, Gemüse, Fleischprodukte und ganz wichtig: Sojabohnen.

In den von Vergeltungszöllen betroffenen US-Branchen herrscht Aufregung. Das hätte wiederum Folgen für Trump: Die Farmer gehören zu seinen Unterstützern. Und im Herbst stehen Kongresswahlen an.

Trump führt einen Feldzug gegen das Außenhandelsdefizit der USA an mehreren Fronten. Strafzölle sollen die Wettbewerbsfähigkeit von US-Produkten erhöhen. Zudem will das Land seinen Reformkurs fortsetzen und sich weiter öffnen. Denn die USA exportieren weniger, als sie importieren. Für die USA ist das demnach ein Defizit von 375 Milliarden Dollar.

Wie geht es weiter? Falls China tatsächlich Vergeltung übt, droht der US-Präsident mit zusätzlichen Abgaben in der Höhe von 10 Prozent auf weitere chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden Dollar. Es wäre sozusagen die Vergeltung der Vergeltung. Insgesamt wäre dann die Hälfte aller Ausfuhren aus China in die USA betroffen. US-Präsident Trump hatte klargemacht, dass er im Falle chinesischer Vergeltung zu einer weiteren Eskalation bereit ist. Das entspricht der Summe der gesamten Einfuhren aus China in die USA im vergangenen Jahr. China werde mit anderen Ländern daran arbeiten, freien Handel zu gewährleisten. Den Konflikt könnte auch in der Schweiz zu spüren sein – wenn er zu einem unkontrollierbaren Handelskrieg anschwillt.

Daimler gab bereits eine Gewinnwarnung. Ökonomen befürchten denn auch einen Rückgang des Wirtschaftswachstums nicht nur in den USA und in China, sondern weltweit. Weitere Verunsicherungen könnten eine Abwärtsspirale auslösen.

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