Kino: "Die Frau, die vorausgeht": im Freiheitskampf an der Seite des Häuptlings

Foreman

Während ersterer mit einer guten Portion Lakonie der mörderischen Vergangenheit direkt ins Gesicht blickte, führt White in "Die Frau, die vorausgeht" vor der cinegenen Kulisse des Wilden Westens patriarchale und rassistische Machtmechanismen vor. „Die Frau, die vorausgeht“ besitzt ein ähnlich nobles Anliegen, doch Regisseurin Susanna White ("Verräter wie wir") liefert sich zwischendurch immer wieder kleine inszenatorische Patzer, die nachdrücklich an der Intensität und Glaubwürdigkeit der immerhin auf wahren Ereignissen beruhenden Geschichte nagen. Von dieser Endphase im Leben des Sioux-Häuptlings, der 1876 in der Schlacht am Little Bighorn General Custer besiegte und damit der US-Armee eine schmachvolle Niederlage bescherte, handelt "Die Frau, die vorausgeht". Im lose auf ihrer Biografie basierenden Film heißt sie Catherine Weldon und wird von Jessica Chastain verkörpert. Dort möchte sie Sitting Bull (Michael Greyeyes, 51) malen. In den 1890er Jahren bricht die Malerin nach dem Tod ihres Mannes aus ihrer behüteten Existenz in New York ganz allein nach Westen auf. Catherine versucht mit ihren Kontakten nach Washington gegen das Abkommen mobil zu machen, während Sitting Bull beginnt, den Widerstand der Stammesältesten zu organisieren.

Das wirft ihr auch Colonel Groves (Sam Rockwell) vor, der ihre guten Absichten als naiv abtut. Gleichzeitig ist "Die Frau, die vorausgeht" - so nennt der Häuptling Weldon aufgrund ihrer forschen Art - aber auch ein starkes feministisches Drama über eine souverän handelnde Frau, die gesellschaftliche Probleme anpackt. Sitting Bull will nämlich, dass sein Volk Grund und Boden behalten kann, während die Regierung große Teile des Indianerlandes enteignet. Trotzdem entwickelt sich zwischen den beiden eine Vertrautheit, die von Seiten Catherines fast schon in eine romantische Verklärung mündet, während Sitting Bull stets auf Abstand achtet. Catherine, die mittlerweile den indianischen Namen "Frau geht voraus" verliehen bekommen hat, muss sich entscheiden, was sie im Kampf für Freiheit und Menschlichkeit zu geben bereit ist.

Aber unter der oscar-nominierten Hauptdarstellerin Jessica Chastain ("Zero Dark Thirty") und der gekonnten Regie von Susanna White ist daraus ein Film geworden, der wahrhaftig ist. Immerhin lernt er von der weißen Frau, dass es manchmal besser sein kann, sich mit demokratischen Prozessen gegen die Feinde zur Wehr zu setzen statt mit Krieg. Doch wie bei vielem in diesem überraschenden Werk steckt unter seiner verlotterten Oberfläche mehr Güte, als man meinen würde. Sie stellt es sich einfach vor, doch die Realität holt sie bald ein.

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