Zukunft von Opel-Entwicklungszentrum: Hoffen auf Antworten

Insgesamt 8000 Angestellte arbeiten im technologischen Kern der Marke. Quelle Reuters

The Opel headquarters are pictured during the TechDay Opel in Ruesselsheim, Germany June 11, 2018. Mit den Berichten über angebliche Pläne der neuen Opel-Mutter PSA, wichtige Teile des Entwicklungszentrums am Stammsitz Rüsselsheim zu verkaufen oder auszugliedern, sind Misstrauen und Unsicherheit auf einen Schlag zurück. "Wir werden uns mit allen Mitteln dafür einsetzen, dass Opel nicht zur verlängerten Werkbank wird". Opel-Chef Michael Lohscheller habe ihm dazu am Telefon gesagt, es gebe noch nichts Konkretes. Werke in Bochum und Antwerpen wurden geschlossen, Tausende von Stellen fielen weg. PSA-Chef Carlos Tavares hatte in der Vergangenheit angekündigt, Opel als deutsche Marke zu erhalten. Demnach sondierten PSA und Opel bereits mehrere Entwicklungsdienstleister, darunter die französischen Altran, Akka und Segula sowie den deutschen Bertrandt.

Dass es Pläne zur Zerschlagung des ITEZ gibt, stellt der Betriebsratsvorsitzende gar nicht mehr grundsätzlich in Frage: "Wir wissen, dass Papiere vorliegen, die klar dokumentieren, wie fortgeschritten die Gespräche sind".

Ende Mai hatten sich Unternehmen und Arbeitnehmer nach wochenlangem Ringen auf eine Beschäftigungssicherung bis einschließlich Juli 2023 geeinigt.

"Tavares hat sich mit Opel den Absatz von 1,2 Millionen Neuwagen von GM "gekauft", urteilt der Chef des CAR-Center Automotive Research". Das steht jedoch auf der Kippe. Dies sei eine schwere Belastung für die Belegschaft zu Beginn der dreiwöchigen Werksferien.

Der Gesamtbetriebsrat sprach in einer Mitteilung von einem drohenden Ausverkauf des Entwicklungszentrums.

Im Forschungs- und Entwicklungszentrums in Rüsselsheim arbeiten 7700 Ingenieure.

Deswegen hat der Betriebsrat für Donnerstag kurzfristig eine Betriebsversammlung angesetzt.

"Ein (Aus-) Verkauf der Opel-Entwicklung würde Opel die Zukunft nehmen", kritisierte der Betriebsrat. "Deshalb prüfen wir unterschiedliche Optionen, wie eine nachhaltige und erfolgreiche Aufstellung im ITEZ (Rüsselsheimer Entwicklungszentrum) erreicht werden kann".

"Unser Engineering ist und bleibt Kern von Opel", sagte Lohscheller weiter. "Strategische Partnerschaften mit anderen Unternehmen sind dabei Teil dieser Überlegungen". Unter Berufung auf ein internes Dokument berichtete das Blatt, PSA habe den Verkauf von Abteilungen mit knapp 4.000 Beschäftigten angeboten. Der Konzern hatte Opel im vergangenen Jahr übernommen und dem Autobauer und seiner britischen Schwestermarke Vauxhall ein Sparprogramm verordnet.

Opel ist auch unter dem neuen Eigner noch nicht so recht in Schwung gekommen. Vor vier Jahren noch musste die PSA-Gruppe vom französischen Staat und dem chinesischen Hersteller Dongfeng vor dem Untergang gerettet werden.

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