Fußball-WM - Frankreich nach Sieg gegen Uruguay im Halbfinale

Gestützt vom Gegner Edinson Cavani wird von Cristiano Ronaldo vom Feld gebracht

Stuttgart - Die Viertelfinalspiele der Fußball-WM 2018 in Russland stehen an - und gleich die erste Partie verspricht Spannung pur: Frankreich gegen Uruguay.

Einen harmlosen und zentral angetragenen Schuss des Spielmachers ließ Schlussmann Fernando Muslera durch die Hände gleiten (61.). "Ich fühle mich fast wie ein Uruguayer, ich himmle die Nationalität an, ich himmle die Leute an", sagt Antoine Griezmann, 27 Jahre alt, seit seinem 14. Lebensjahr als Fußballer in Spanien.

Das Märchen vom kleinen Uruguay und seinem Traineroldie Óscar Tabárez hingegen ist vorbei. Mit welcher Leichtigkeit der 19-Jährige gegnerische Abwehrlinien durchbrechen kann, wenn er nur ein bisschen Platz hat - das war auch eine knappe Woche nach seiner Gala gegen Argentinien wieder frappierend. "Wir werden geduldig sein müssen", hatte Trainer Didier Deschamps gefordert - und seine "Baby Bleus" enttäuschten ihn nicht. Per Handschlag und Umarmung hatte sich Griezmann durch Uruguays Reihen gekämpft und insbesondere mit dem fehlenden Cavani länger gesprochen. Das soll gegen Uruguay mit temporeichen Vorstössen von Kylian Mbappé oder Antoine Griezmann geschehen. Ohne seinen kongenialen Sturmkollegen fehlte Luis Suárez eine wichtige Anspielstation, was während des Spiels immer deutlicher wurde. "Ich bin froh, Franzose zu sein". Insgesamt aber war bei Uruguay zu wenig spielerische Klasse vorhanden. Gegner am Dienstag ist entweder Rekordweltmeister Brasilien oder Belgien.

Bei Uruguay, das die ersten vier WM-Partien allesamt gewonnen und nur ein Gegentor kassiert hatte, wog die Absenz des an der Wade verletzten Topstar Edinson Cavani zu schwer.

Im Viertelfinalduell mit den Südamerikanern fürchten die Franzosen Grizous "Amour fou" (L'Équipe). "Es ist eine große Erleichterung". Und sein planloses Herausrücken aus der Abwehr- ähnlich wie Mats Hummels gegen Mexiko - führte zu einem Freistoß für Uruguay und der Szene vor der Pause, die den Sieg der Franzosen am meisten gefährdete: Martin Caceres scheiterte per Kopfball aus acht Metern am glänzend parierenden Hugo Lloris im Tor der Franzosen. Uruguays dreifacher Torschütze an dieser WM trainierte am Donnerstag individuell mit dem Ball und ohne körperliche Extra-Efforts. "Ich kenne nicht ein Beispiel, in dem der Trainer über seine Zukunft entscheidet".

"In der Gruppe sind wir durchgekommen, gegen Argentinien sind wir gewachsen - und jetzt haben wir mental und als Team einen Riesenschritt gemacht", sagte Frankreichs Coach - und es ist typisch für den 49-jährigen Basken, dass er das unspektakuläre 2:0 von Nischni Nowgorod höher bewertet als die fulminante 4:3-Show von Kasan im Achtelfinale. Nachdem die Franzosen gegen den zähen 15-fachen Copa-America-Sieger während fünf Spielen ohne Torerfolg geblieben waren und ihn erst einmal überhaupt hatten bezwingen können, kontrollierten sie das Geschehen diesmal.

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