WM 2018 - Belgien schockt Brasilien: "Die erste Halbzeit war fast perfekt"

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Das 1:2 gegen Belgien bedeutet das Aus für die Selecao im Viertelfinale.

Damit scheitert auch die letzte nicht-europäische Nation bei dieser WM. Die zweite Halbzeit wurde dann zum kompletten brasilianischen Sturmlauf.

Als Lehrbeispiel fiel das 2:0: Unnachahmlich schüttelte der ebenso dynamische wie durchsetzungsstarke Lukaku seine Gegenspieler ab wie lästige Mücken vom Wolgaufer, und seinen Pass nahm De Bruyne dankbar auf: Fast ansatzlos und knallhart hämmerte der 27-Jährige den Ball in die lange Ecke.

Die Tore für Belgien in der mit 45.379 Zuschauern ausverkauften Kasan-Arena erzielten Fernandinho mit einem Eigentor (13. Minute) und Kevin de Bruyne (31.). Sein Gegenüber war naturgemäß weniger begeistert: "Wir hatten ein tolles Match, mit viel Ballbesitz und guten Chancen", meinte Brasiliens Trainer Tite. Wir haben aber keine Tore geschossen. "Wir haben Großartiges geleistet", sagte Belgiens Trainer Roberto Martinez nun vor dem Halbfinale gegen die Franzosen - ein Duell, das nicht nur aufgrund vieler Freund- und Bekanntschaften zu einem besonderen wird. Für die Belgier, die mit zwölf Toren in der Vorrunde und im Achtelfinale schon vor der Partie den stärksten Angriff der Weltmeisterschaft gestellt hatten, probierte es De Bruyne bereits in der zweiten Minute mit einem Distanzschuss, der jedoch knapp am Tor vorbeiflog. Die Defensive der Roten Teufel wirkte jedoch in der Anfangsphase alles andere als sicher. Ein Schuss von Hazard wurde von Brasiliens Abwehr noch geblockt (9.), dann leisteten die Südamerikaner Schützenhilfe: Fernandinho bugsierte den Ball bei seinem ersten Russland-Einsatz von Beginn an nach einer Ecke von Nacer Chadli mit dem Oberarm ins eigene Tor. Und so dauerte es nur eine gute halbe Stunde, ehe das Überfallkommando der Diables Rouges, der Roten Teufel, erneut Ernst machte - wenn auch in völlig vertauschten Rollen. Einen Distanzschuss von Philippe Coutinho parierte er exzellent (37.). Brasilien blieben am Ende nur Tränen.

Neymar bei der WM 2018 mit einer Schwalbe gegen Belgien. Der entscheidende Unterschied: Diesmal war es ein klares Foul von Kompany. Der eingewechselte Ex-Leverkusener Renato Augusto konnte nur verkürzen (76.). Doch trotz sekundenlanger Rücksprache mit Video-Assistent Daniele Orsato aus Italien entschied sich der serbische Schiedsrichter Milorad Mazic unverständlicherweise gegen einen Strafstoß (55.). Zu spät. Denn während Firmino (78.), Augusto (81.) und Coutinho (84.) vergaben, konterte Belgien munter weiter.

Belgien darf sich dagegen darauf freuen, am Dienstag in Sankt Petersburg den nächsten WM-Favoriten massiv zu ärgern. Nach dem Sieg Frankreichs über Uruguay steht nun auch das Nachbarland Belgien im Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft in Russland. Zweimal traf der kleine Bruder Belgien bei WM-Turnieren bislang auf den großen Bruder Frankreich - und zweimal (1986 und 1938) siegte La France. De Bruyne dachte schon an die kommende Aufgabe: "Wir sind in den Top Vier, aber jeder will dieses Finale spielen".

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